14 December 2025, 04:53

Neue Namensprüfung bei Überweisungen sorgt für Chaos statt Sicherheit

Nahaufnahme eines Ausweises mit amerikanischer Flagge und der Aufschrift "Critical Licence" auf der Vorderseite.

Neue Namensprüfung bei Überweisungen sorgt für Chaos statt Sicherheit

Verwirrung im Bankwesen

Seit zwei Monaten prüfen Banken vor Überweisungen den Namen des Empfängers. Was die Sicherheit erhöhen sollte, sorgt auch für Probleme.

  1. Dezember 2025, 03:46 Uhr

Deutsche Banken haben strengere Namensprüfungen bei Überweisungen eingeführt, um Betrug zu bekämpfen. Seit Beginn des Systems vor zwei Monaten erhalten Kunden Warnungen, wenn der Name des Empfängers nicht mit der hinterlegten IBAN übereinstimmt. Die Änderungen führen jedoch zu Verwirrung, da verschiedene Banken die Regeln unterschiedlich anwenden.

Das neue System verlangt von den Banken, vor der Bearbeitung einer Überweisung zu überprüfen, ob der mit einer IBAN verknüpfte Name mit den Angaben des Empfängers übereinstimmt. Diese Regel gilt derzeit für Euro-Zahlungen und soll bis Sommer 2027 auf die gesamte EU ausgeweitet werden. Verpflichtend ist die Prüfung jedoch nur bei Überweisungen zwischen Girokonten – andere Transaktionen, etwa auf Spar- oder Geschäftskonten, bleiben von Inkonsistenzen betroffen.

Die meisten Überweisungen lösen eine gelb markierte „Teilübereinstimmung“-Warnung aus, bei der kleinere Abweichungen automatisch korrigiert werden. Exakte Übereinstimmungen sind dagegen selten, was sowohl Privatkunden als auch Unternehmen frustriert. Besonders Firmen und Finanzämter stellen häufig fest, dass ihre eingetragenen Namen von den bei Banken hinterlegten Angaben abweichen – mit der Folge wiederholter Warnmeldungen.

Große Banken wie die Deutsche Bank, Commerzbank und die Sparkassen-Finanzgruppe setzen seit 2022 eigene Prüfmodelle ein. Einige Anbieter wie PayPal erlauben Überweisungen auch ohne perfekte Namensübereinstimmung, um Reibungsverluste zu minimieren. Kommt es dennoch zu Abweichungen, müssen Absender selbst entscheiden, ob sie die Transaktion fortsetzen – was Unsicherheit schafft.

Verbraucherschützer raten Kunden, Warnungen ernst zu nehmen und vor der Bestätigung von Zahlungen IBAN sowie Empfängerdaten sorgfältig zu prüfen.

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Ziel der verschärften Kontrollen ist es, Betrug durch die Abgleichung von Namen und IBAN einzudämmen. Da Banken „Korrekturen“ jedoch unterschiedlich handhaben, erhalten Kunden uneinheitliche Hinweise und müssen mit Verzögerungen rechnen. Mit der EU-weiten Ausdehnung des Systems stehen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen vor weiteren Anpassungen.