Nobelpreisträger kämpfen für Latein – während ihre Oper »Paradise Monsters« begeistert
Paulina MangoldNobelpreisträger kämpfen für Latein – während ihre Oper »Paradise Monsters« begeistert
Prominente Petition für den Erhalt des Lateinunterrichts erhält Unterstützung von drei Nobelpreisträgern
Eine vielbeachtete Petition zur Rettung des Lateinunterrichts an Schulen hat Rückhalt von drei Nobelpreisträgern sowie führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur erhalten. Die unter dem Motto "Latein ist kein Luxus – es ist Bildung" geführte Kampagne fordert die Bildungsministerin auf, das Fach an österreichischen Schulen zu bewahren. Parallel dazu feierte "Paradise Monsters", eine mutige neue Oper zweier Unterzeichner der Petition, in Hamburg gefeierte Premiere.
Die Online-Petition auf aufstehn.at hat bereits prominente Unterstützer gewonnen, darunter die Nobelpreisträger Elfriede Jelinek (Literatur), Peter Handke (Literatur) und Anton Zeilinger (Physik). Zu den weiteren Unterzeichnern zählen der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, Altkanzler Franz Vranitzky, der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, der Genetiker Markus Hengstschläger sowie die Autoren Robert Menasse und Michael Köhlmeier. Auch Theatergrößen wie Georg Nigl und Regisseure wie Tobias Kratzer – der kürzlich mit Jelinek und der Komponistin Olga Neuwirth an "Paradise Monsters" zusammenarbeitete – gehören zu den Befürwortern.
Die als "operngrotesk" beschriebene Produktion erlebte einen triumphalen Start an der Hamburger Staatsoper. Das Werk, das vom neuen Intendanten des Hauses in Auftrag gegeben wurde, verbindet wagnerische Pracht mit Jazz- und Elektronik-Experimenten – ein Markenzeichen von Neuwirths innovativem Stil. Jelinek steuerte das Libretto bei, während Kratzer die Inszenierung übernahm. Das Staatsorchester, unter der Leitung von Dirigent Titus Engel, meisterte die anspruchsvolle Partitur und lotete dabei die Grenzen traditioneller Opernkunst aus.
Neuwirth, Jelinek und Nigl – allesamt Unterzeichner der Latein-Petition – spielten bei der Premiere eine zentrale Rolle. Nigl wirkte als Darsteller in der Produktion mit, die als kühne Verschmelzung von Musik, Text und Theater gefeiert wird. Während die Oper für Furore sorgt, gewinnt auch die Petition weiter an Fahrt und vereint Stimmen aus Wissenschaft, Politik und Kultur im Einsatz für die klassische Bildung.
Die Unterschriftensammlung bleibt offen, mit der Hoffnung, die Bildungsministerin in ihrer Entscheidung über die Zukunft des Lateinunterrichts zu beeinflussen. Die Beteiligung von Nobelpreisträgern und Kulturschaffenden unterstreicht die Tragweite der Debatte. Gleichzeitig festigt "Paradise Monsters" die kreative Partnerschaft zwischen Jelinek und Neuwirth, die nun gemeinsam auch die bildungspolitische Reformbewegung unterstützen.