NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Kriminalität
Paulina MangoldNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Ausbau aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, öffentlich zugängliche Daten aus Plattformen wie sozialen Medien zu sammeln und auszuwerten. Neue Einheiten und erweiterte Teams sollen die Online-Operationen der Strafverfolgungsbehörden gezielt unterstützen.
Der Ausbau begann Anfang September 2024, als das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf zehn zusätzliche Beamte in seine Reihen aufnahm. Sechs von ihnen verstärkten das Team von Fabian Coenen, sodass die OSINT-Abteilung nun 16 Spezialisten umfasst – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zur ursprünglichen Besetzung mit nur zwei Mitarbeitern.
Coenen, 42, leitet die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität konzentriert. Zu seinem Team gehört Laura Ellrich, 28, die 2022 in den Staatsschutz wechselte. Ihre Arbeit ist Teil einer übergreifenden Maßnahme, an der fast 100 Beamte in sechs regionalen Polizeibehörden Nordrhein-Westfalens beteiligt sind.
In Köln führt Swen Schubert die neu gegründete OSINT-Einheit an, die mit 18 Stellen die größte im Netzwerk der „Digitalen Streife“ ist. Unterdessen wirkt Marc Restemeyer, 37, als Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er schult sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte, die in den „Digitalen Streifen“-Einheiten eingesetzt werden.
Neben der Ausbildung bieten nun sechs spezialisierte Staatsschutz-Einheiten OSINT-Expertise an. Diese Teams unterstützen bei dringenden Einsätzen mit schnellen Reaktionszeiten, um im Bedarfsfall unverzüglich handeln zu können.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und spezialisierten Einheiten will die Strafverfolgung ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Bekämpfung von Online-Bedrohungen verbessern. Die Initiative unterstreicht die wachsende Bedeutung öffentlich zugänglicher Daten für die Kriminalprävention und -aufklärung.






