NRW setzt flächendeckend KI in Finanzämtern ein – Steuererklärungen werden schneller
Paulina MangoldNRW setzt flächendeckend KI in Finanzämtern ein – Steuererklärungen werden schneller
Nordrhein-Westfalen (NRW) führt künstliche Intelligenz in allen 104 Finanzämtern des Landes ein. Das System soll die Bearbeitung standardisierter Steuererklärungen beschleunigen und jährlich Hunderttausende manuelle Prüfungen überflüssig machen. Behördenvertreter bezeichnen den Schritt als bedeutenden Fortschritt in der digitalen Steuerverwaltung.
Der KI-Pilotstart erfolgte vor einem Jahr in vier Städten: Brühl, Bielefeld-Außenstadt, Hamm und Lübbecke. Das System wurde für unkomplizierte Fälle konzipiert, etwa bei Arbeitnehmern mit festem Einkommen, Rentenbeiträgen oder Kapitalerträgen. Ziel war es von Anfang an, Steuererklärungen mit geringem Risikopotenzial automatisch zu filtern.
Nun wird die Technologie flächendeckend in NRW ausgerollt. Rund 800.000 Steuerzahler könnten jährlich davon profitieren, da das System ebensoviele manuelle Prüfhinweise erspart. Dadurch gewinnen Mitarbeiter mehr Zeit für komplexere Fälle, während Bürger ihre Steuerbescheide schneller erhalten.
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk bezeichnete die KI als Instrument für eine bürgerfreundlichere Verwaltung. Der Bund der Steuerzahler NRW sieht darin eine Weiterentwicklung bestehender Vorprüfverfahren. Die Steuerbehörde selbst spricht von einem "Win-Win"-Modell und einem "neuen Meilenstein" für digitale Dienstleistungen.
Das KI-System ist mittlerweile in jedem Finanzamt NRWs aktiv. Es konzentriert sich auf Routinefälle, um Verzögerungen und manuellen Arbeitsaufwand zu verringern. Wie stark sich die Bearbeitungszeiten durch die Pilotphase konkret verkürzt haben, geht aus den offiziellen Berichten jedoch nicht hervor.






