NRW startet Großrazzia gegen über 7.000 Influencer wegen Steuerhinterziehung
Paulina MangoldSteuerfahnder durchleuchten 7.000 Influencer in NRW - NRW startet Großrazzia gegen über 7.000 Influencer wegen Steuerhinterziehung
Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen leiten Großrazzia gegen über 7.000 Social-Media-Influencer ein
Die Finanzermittler untersuchen Verdachtsfälle auf Steuerhinterziehung, nachdem Beamte einen umfangreichen Datensatz mit Bezügen zu Online-Content-Erstellern ausgewertet haben.
Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) erhielt die Unterlagen von mehreren Plattformen und stieß dabei auf tausende Einträge, die auf Personen in der Region verweisen.
Die Ermittlungen knüpfen an die Arbeit der "Influencer-Taskforce" des Landes an, die im vergangenen Jahr innerhalb der Steuerfahndung eingerichtet wurde. Das Spezialteam soll gezielt mutmaßliche Steuerverstöße in der boomenden Influencer-Branche aufdecken.
Bisher konnten die Behörden mehr als 7.000 Personen identifizieren, die mit dem Datensatz in Verbindung stehen. Jeder Einzelfall wird nun geprüft, um festzustellen, ob Steuern in voller Höhe abgeführt wurden. Aufgrund der schieren Datenmenge dürfte sich die Auswertung jedoch über einen längeren Zeitraum hinziehen.
Parallel dazu bearbeitet das LBF NRW rund 200 laufende Strafverfahren gegen Influencer in der Region. Diese Fälle beziehen sich nicht auf ein neu aufgedecktes Datenpaket, das auf 300 Millionen Euro nicht versteuerte Einnahmen hindeutet. Zwar haben andere Bundesländer die Methoden NRWs übernommen, doch bisher liegen von dort keine vergleichbaren Großermittlungen vor.
Sollte sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung bestätigen, könnten erhebliche Nachforderungen fällig werden. Eine bundesweite Zahl der überprüften Influencer nannten die Behörden bisher nicht. Die Ergebnisse könnten zudem zu einer verschärften Kontrolle der Einkommensmeldungen in der digitalen Content-Branche führen.