11 February 2026, 17:48

NRW verzeichnet mehr Professorinnen – doch MINT-Fächer bleiben männlich dominiert

Ein Balkendiagramm, das den Geschlechterunterschied bei Fördermitteln und Zuschüssen nach Geschlecht im Jahr 2020-2021 zeigt, normalisiert nach Haushaltsjahr, mit Abschnitten für Fördermittel und Zuschüsse, jeweils unterteilt in Prozentangaben und mit zusätzlichen Daten beschriftet.

Immer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW verzeichnet mehr Professorinnen – doch MINT-Fächer bleiben männlich dominiert

Nordrhein-Westfalen verzeichnet stetigen Anstieg bei Professorinnen

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Professorinnen in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Obwohl Frauen nach wie vor weniger als ein Drittel aller Professorenstellen im Land besetzen, ist ihr Anteil von 21,8 Prozent im Jahr 2013 auf heute 29,6 Prozent gewachsen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in Führungspositionen: Hier sind mittlerweile 41,7 Prozent der hochrangigen Universitätsämter mit Frauen besetzt – ein Wert, der deutlich über dem Bundesschnitt liegt.

Deutliche Unterschiede zwischen den Fachbereichen

Die Zunahme an Professorinnen fällt je nach Disziplin sehr unterschiedlich aus. In den Geisteswissenschaften stellen Frauen mit 46,3 Prozent fast die Hälfte der Professorenschaft – der höchste Wert im Land. Auch in den Sozialwissenschaften ist die Vertretung stark: Hier liegt der Anteil der Professorinnen bei über 40 Prozent.

In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gestaltet sich der Fortschritt langsamer, aber spürbar: In Mathematik und Naturwissenschaften ist der Frauenanteil auf 23,4 Prozent gestiegen. Die Ingenieurwissenschaften, die größte akademische Disziplin NRWs, bleiben jedoch stark männlich dominiert – nur 17,7 Prozent der Professoren sind hier Frauen. Auch in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (25,6 bzw. 27,2 Prozent) liegt der Anteil unter dem Landesdurchschnitt.

Führungspositionen: Frauen holen auf

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Leitungsfunktionen: 15 der 36 Universitäten in NRW werden inzwischen von Rektorinnen oder Präsidentinnen geführt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2013, als nur 18,9 Prozent der Hochschulleitungen in Frauenhand lagen. Wissenschaftsministerin Ina Brandes betont, diesen Schwung nutzen zu müssen, und fordert eine stärkere Anerkennung der Expertise von Forscherinnen.

Trotz Fortschritten: Männer dominieren weiterhin

Trotz der positiven Entwicklung sind Professorenstellen insgesamt noch immer mehrheitlich mit Männern besetzt. In den MINT-Fächern stieg der Frauenanteil zwar von etwa 15–18 Prozent (2013) auf heute rund 20–25 Prozent, doch im Vergleich zu anderen Fachbereichen bleibt die Lücke groß.

Die Daten belegen zwar Fortschritte bei der Geschlechtergerechtigkeit im nordrhein-westfälischen Hochschulpersonal – besonders in Führungspositionen und Geisteswissenschaften. Doch in den MINT-Disziplinen bleibt die Vertretung von Frauen weiterhin deutlich hinter anderen Bereichen zurück. Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile fast die Hälfte der Universitäten im Land von Frauen geleitet wird, bleibt die Schließung der verbleibenden Lücken bei Berufungen eine zentrale Aufgabe.