22 December 2025, 19:23

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Eine Sammlung von Motorradteilen, darunter ein Motor, ein Kühler, ein Auspuffrohr, ein Gang, Stangen, Muttern und Drähte.

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

PEM-Studie untersucht Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Teaser: Eine Studie der RWTH Aachen analysiert die wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von Elektromotoren – mit Fokus auf deren individuelle Versorgungsrisiken.

22. Dezember 2025, 10:11 Uhr

Europa treibt den Ausbau seiner Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffen voran – insbesondere von China. Denn Lieferkettenrisiken gefährden die Wende zur E-Mobilität. Eine aktuelle Studie der RWTH Aachen zeigt, wie verwundbar Schlüsselmaterialien wie Seltene Erden, Kupfer und Halbleiter für die Produktion elektrischer Antriebe sind. Unternehmen und Politiker setzen nun massiv auf lokale Lösungen, um zukünftige Lieferketten abzusichern.

Aktuell ist die Europäische Union bei Seltenen Erden stark von China abhängig. Komplexe Lieferwege und hohe Kosten erschweren Alternativen. Die Studie der PEM-Gruppe der RWTH Aachen untersuchte sechs kritische Materialien: Seltene Erden, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleitermaterialien und Isolierstoffe. Zwar sind die Kupferreserven noch ausreichend, doch besseres Recycling ist nötig, um die Qualität für die Wiederverwendung zu erhalten.

Deutsche und europäische Hersteller setzen auf zwei Hauptstrategien: den Ersatz kritischer Rohstoffe durch weniger knappe Alternativen und die Reduzierung des Materialbedarfs. Die EU unterstützt diesen Wandel mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) und fördert 47 Projekte, um die Unabhängigkeit zu stärken. Bis 2030 soll die Union 10 Prozent des Bedarfs durch heimischen Abbau und 25 Prozent durch Recycling decken. Konkrete Vorhaben laufen bereits an: Vulcan Energy baut in Frankfurts Industriepark Höchst eine zentrale Lithium-Anlage auf. Metlen investiert 300 Millionen Euro, um bis 2027 jährlich bis zu 50 Tonnen Gallium zu produzieren. Gleichzeitig betreibt Remloy, eine Tochter von Heraeus, in Bitterfeld Europas größte Recyclinganlage für Neodym-Eisen-Bor-Magnete – ein wichtiger Schritt gegen den Mangel an Seltenen Erden.

Doch die Herausforderungen bleiben enorm. Europa produziert nur 10 Prozent der weltweiten Halbleiter und hinkt Asien etwa eine Dekade hinterher. Der Umbau der Lieferketten könnte 10 bis 15 Jahre dauern – und erfordert kontinuierliche Investitionen sowie politische Rückendeckung.

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Die Bestrebungen nach Materialunabhängigkeit gewinnen an Fahrt: Mit großen Projekten und klaren politischen Zielen könnte Europa seine Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten verringern und die E-Mobilität stärken. Langfristige Sicherheit hängt jedoch von anhaltender Förderung, Innovation und grenzüberschreitender Zusammenarbeit ab.