Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 – Kunst als Brücke zwischen Trauma und Hoffnung
Evelin KostolzinPetrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 – Kunst als Brücke zwischen Trauma und Hoffnung
Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen, eine der renommiertesten Auszeichnungen der Kunstwelt. Mit 39 Jahren ist er der jüngste Preisträger in der Geschichte der Ehrung. Seine Werke, geprägt von Kindheitserfahrungen mit Krieg und Vertreibung, werden für ihre Fähigkeit gefeiert, Menschen durch Themen wie Hoffnung und Widerstandskraft zu verbinden.
Halilaj wuchs im Kosovo während der gewaltsamen Konflikte der 1990er-Jahre auf. Als er 13 Jahre alt war, brannten serbische Truppen das Haus seiner Familie nieder. Diese traumatischen Erlebnisse sowie seine Zeit in einem Flüchtlingslager prägen bis heute seine Kunst. Seine Arbeiten kontrastieren oft kindliche Unschuld mit den grausamen Realitäten des Krieges.
Im Juni 2024 wurde eine Bühneninstallation für seine Oper Syrigana im Düsseldorfer Schauspielhaus zerstört. Seither setzt sich Halilaj in seinen Werken mit den Themen Verlust und Wiederaufbau auseinander. Seine Einzelausstellung 2025 im Pirelli HangarBicocca in Mailand zeigte Skulpturen aus Überresten der zerstörten Bühne – eine Reflexion über Erinnerung und kulturelles Erbe.
Der Künstler plant, das Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar der Hajde!-Stiftung im Kosovo zukommen zu lassen. Die Organisation fördert die Künste und hat zum Wiederaufbau kultureller Einrichtungen in der Region beigetragen. Carlos Basualdo, Direktor des Nasher Sculpture Center, bezeichnete Halilajs Werk als eine Kraft für Einheit und Optimismus.
Sein Sieg unterstreicht, wie sehr seine persönliche Geschichte die zeitgenössische Kunst prägt. Das Preisgeld wird kulturelle Projekte im Kosovo finanzieren und so die Verbindung zwischen seinem Schaffen und seiner Heimat stärken. Die Auszeichnung lenkt zudem weltweit die Aufmerksamkeit auf die Rolle der Kunst bei der Heilung und dem Wiederaufbau von Gemeinschaften.






