14 June 2026, 04:28

Pfändungsschutz versagt: Wie Banken Betroffene monatelang ohne Geld lassen

Telefonische Sprechstunden        Caritas betont Probleme mit P-Konten

Pfändungsschutz versagt: Wie Banken Betroffene monatelang ohne Geld lassen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) hat im Rahmen ihrer Aktionswoche Schuldnerberatung gravierende Mängel bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufgedeckt. Schuldnerberater:innen berichten von häufigen Verzögerungen bei der Umstellung der Konten nach Pfändungsregeln, wodurch viele Betroffene keinen Zugang zu dringend benötigten Geldern hätten.

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In Deutschland sind monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten von Pfändungen betroffen. Sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt, sperren Banken oft sofort alle Kontenmittel. Die Betroffenen müssen dann beantragen, ihr Konto in ein P-Konto umzuwandeln, um Zugang zu geschützten Freibeträgen zu erhalten – doch die gesetzlichen Ausnahmen werden nicht immer fristgerecht umgesetzt.

Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas in Viersen, kritisiert die rechtlichen Unklarheiten beim Pfändungsschutz. Sie fordert verbindliche Standards für Banken, besser geschultes Personal und konsequente Sanktionen bei Verstößen. Ihr Team bei Caritas Kempen-Viersen, das Beratungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, hat mehrfach erlebt, dass Umstellungen unnötig verzögert wurden.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an. Die AG SBV weist zudem auf grundsätzliche Probleme bei Basis-Konten hin, die eigentlich allen Verbraucher:innen den Zugang zu einem Girokonto sichern sollen.

Die AG SBV und lokale Beratungsstellen drängen auf politische Maßnahmen zur Stärkung des Pfändungsschutzes. Sie argumentieren, dass klarere Regelungen und schnellere Abläufe nötig seien, um finanzielle Notlagen der Betroffenen zu verhindern. Die Sprechstunde soll direkt Hilfesuchenden unterstützen, die sich in diesem System zurechtfinden müssen.

Quelle