10 January 2026, 18:57

Preiskrieg bei Fleisch reißt Supermärkte und Produzenten in die Krise

Eine Glasvitrine in einem Fleischgeschäft, die Tabletts mit Fleisch und Preisschildern zeigt, mit Gebäuden und Bäumen im Fenster und der Decke des Raums oben.

Preiskrieg bei Fleisch reißt Supermärkte und Produzenten in die Krise

Ein Preiskampf in der deutschen Fleischbranche zwingt die gesamte Branche zu tiefgreifenden Veränderungen. Supermärkte haben die Preise für Schweinefleisch, Rindfleisch und verarbeitete Fleischwaren drastisch gesenkt, während Produzenten und Verarbeiter mit Betriebsstilllegungen und Stellenabbau kämpfen. Zu den jüngsten Entwicklungen gehören Werksschließungen bei Vion und EWN Wurstspezialitäten sowie massive Rabattaktionen bei Aldi Süd und anderen Discountern.

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Der Preiswettbewerb begann beim Butterpreis, wo 250-Gramm-Packungen mittlerweile für unter einen Euro angeboten werden. Kurz darauf weiteten die Supermärkte die Preissenkungen auf Fleischprodukte aus. Aldi Süd reduzierte die Preise für vorgepacktes Gyros, Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch. Ein 800-Gramm-Paket Hackfleisch vom Schwein kostet beim Discounter nun 3,79 Euro. Der Konkurrent Norma zog mit Rabatten auf Schweinekoteletts, Minutensteaks und Rinderhack nach.

Die Schweinefleischpreise sind stark eingebrochen – allein innerhalb einer Woche um 10 Prozent. Die Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) meldete einen Schlachtschweinpreis von 1,45 Euro pro Kilogramm. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) warnte, dass dieser Preisdruck die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen werde und kleinere Betriebe aus dem Markt drängen könnte. Gleichzeitig kämpfen die Verarbeiter ums Überleben: EWN Wurstspezialitäten kündigte an, seinen Standort in Britz bis Februar 2026 zu schließen, wobei 500 Arbeitsplätze wegfallen. Vion stellt seinen Rinderschlachtbetrieb in Hilden ein, was 160 Mitarbeiter betrifft. Das Unternehmen hatte versucht, Teile seines Deutschlandgeschäfts zu verkaufen, scheiterte jedoch an einer Übernahme durch die Premium Food Group, nachdem das Bundeskartellamt den Deal blockiert hatte. Im August musste Allgäu Fresh Foods (im Besitz von Edeka-Feneberg) ein Schutzschirmverfahren einleiten, doch Hans Kupfer übernahm später den Großteil des Geschäfts.

Die Preissenkungen und Betriebsstilllegungen deuten auf eine turbulente Phase für die deutsche Fleischwirtschaft hin. Während Supermärkte die Preise weiter drücken, stehen Produzenten und Verarbeiter unter massivem finanziellen Druck und müssen Stellen streichen. Der WLV rechnet mit einer weiteren Konsolidierung der Branche, da kleinere Höfe und Verarbeitungsbetriebe unter dem anhaltenden Preisdruck aufgeben müssen.