Prozess gegen Daniela Klette: Wie sie beim Supermarktüberfall 2006 mitgewirkt haben soll
Wally KlemtGedächtnislücken erschweren die Untersuchung im Klette-Prozess - Prozess gegen Daniela Klette: Wie sie beim Supermarktüberfall 2006 mitgewirkt haben soll
In Verden hat der Prozess gegen die 66-jährige Daniela Klette begonnen, die beschuldigt wird, an einem bewaffneten Supermarktüberfall im Jahr 2006 beteiligt gewesen zu sein. Im Mittelpunkt steht ein Raub in Bochum-Wattenscheid, bei dem die Staatsanwaltschaft ihr vorwirft, mit zwei flüchtigen Komplizen zusammengearbeitet zu haben. Fast 20 Jahre später sagen nun Zeugen vor Gericht aus.
Der Überfall ereignete sich im Dezember 2006 in einem Supermarkt in Bochum-Wattenscheid. Laut Anklage drangen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub – beide noch immer auf der Flucht – in den Laden ein, bedrohten das Personal und erbeuteten etwa 160.000 Euro. Klette soll als Wächterin oder Fluchtfahrerin fungiert haben.
Ein 68-jähriger Zeuge erinnerte sich, an jenem Morgen ein Auto in der Nähe eines Notausgangs geparkt gesehen zu haben. Darin habe er eine kleinere Person mit Kapuze oder Hut bemerkt. Ein weiterer Zeuge, 72 Jahre alt, beschrieb ein Fahrzeug mit beschlagenen Scheiben und laufendem Motor an derselben Stelle. Der Prozess begann im März 2023 und soll voraussichtlich bis Mitte 2025 dauern. Einige Zeugen haben nach so langer Zeit Mühe, sich klar an Einzelheiten zu erinnern. Andere, darunter ein erkrankter Zeuge, werden stattdessen aufgezeichnete Aussagen machen. Klette muss sich nicht nur wegen dieses Überfalls verantworten, sondern auch wegen einer Reihe von Raubzügen zwischen 1999 und 2016. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das erbeutete Geld das Untertauchen der Rote Armee Fraktion (RAF) finanzierte.
In den kommenden Monaten wird das Gericht weitere Zeugenaussagen hören. Klette bleibt bis zum Prozessende in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihr eine lange Haftstrafe für ihre mutmaßliche Rolle bei den Überfällen.






