19 December 2025, 18:52

"Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung

Eine Gruppe von Menschen steht auf der Straße und hält Schilder und Fahnen hoch, im Hintergrund sind Gebäude, Bäume und Himmel zu sehen.

"Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung - "Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung

„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

  1. Dezember 2025, 10:39 Uhr

Die Bundesregierung hat eine umstrittene Reform des Bürgergeld-Systems auf den Weg gebracht. Die am 20. November 2025 beschlossenen Änderungen sehen schärfere Sanktionen für Bezieher vor, die Auflagen der Jobcenter nicht erfüllen. Sozialverbände und Oppositionspolitiker üben scharfe Kritik an dem Vorhaben.

Das überarbeitete Modell ersetzt das bisherige Bürgergeld durch ein neues Grundsicherungsystem – eine Entscheidung, die bundesweit Debatten über die Folgen für sozial Schwache auslöst.

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Mehr als 50 Organisationen, darunter die Diakonie Deutschland, der Paritätische Wohlfahrtsverband und Ärzte der Welt, verurteilen die Reform. Sie warnen, dass die verschärften Strafmaßnahmen benachteiligte Menschen weiter in die Not treiben würden. Rüdiger Schuch von der Diakonie fordert stattdessen den Ausbau von Unterstützungsangeboten wie Beratung und Vermittlungshilfen – „nicht Bestrafung“.

Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband wirft der Regierung vor, sie setze auf Misstrauen statt auf Vertrauen. Michael Groß von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) pflichtet dem bei und kritisiert den Fokus auf Repression statt auf Hilfe. Währenddessen begrüßen Wirtschaftsvertreter wie Peter Adrian vom DIHK die Neuerungen: Arbeit müsse sich mehr lohnen als Transferleistungen. Aus der Politik kommt Widerstand von Janine Wissler (Linke), die der SPD vorwirft, die Verschärfungen mitzutragen. Sie zieht Parallelen zum umstrittenen Hartz-IV-System, das für seine Härten bekannt war.

Offiziell löst die Reform das Bürgergeld durch ein neues Grundsicherungsmodell ab – verbunden mit strengeren Kontrollmechanismen. Sozialverbände warnen, dass die Änderungen besonders diejenigen treffen werden, die ohnehin schon am Existenzminimum leben. Die Regierung hingegen betont, die Maßnahmen sollen die Arbeitsaufnahme fördern und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung verringern.