12 March 2026, 08:30

Rücktritt von SWB-Chef Hermes mitten im Bonner Immobilienskandal

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Rücktritt von SWB-Chef Hermes mitten im Bonner Immobilienskandal

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem eskalierenden Immobilienskandal. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Vorwürfe politischer Einflussnahme auf ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar. Mittlerweile laufen Ermittlungen zu dem Fall.

Erstmals bekannt wurde der Skandal im Dezember, als Hermes öffentlich machte, dass lokale Politiker versucht hätten, das Stadtwerk von dem Kauf des Hangelar-Geländes abzubringen. Seither hat die Bonner Staatsanwaltschaft Vorermittlungen eingeleitet und Zeugen wie Projektentwickler und Beamte vernommen. Bisher wurden weder Anklagen erhoben noch Durchsuchungen durchgeführt.

Trotz der Turbulenzen hält der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke an Hermes und der Geschäftsführung fest und beschloss, weiter mit ihnen zusammenzuarbeiten. Daniel Rutte, Aufsichtsratsmitglied der Grünen, betonte, Hermes habe "nichts falsch gemacht", und kritisierte, dass "diejenigen, die Fehler begangen haben, in ihren Ämtern bleiben".

Das Stadtwerk plant nun, der Staatsanwaltschaft einen vertraulichen Bericht über die angebliche Einflussnahme zu übergeben. Hermes selbst bestätigte, bis zum Sommer zurückzutreten – unabhängig von weiteren Entwicklungen. Sein Abschied fällt in eine Phase, in der das Unternehmen große Investitionen in die Bonner Wärme- und Verkehrsinfrastruktur vorbereitet und gleichzeitig die Kosten im ÖPNV senken will.

Die Ermittler prüfen zudem, ob die Interessen eines Bonner Busunternehmers und prominenten CDU-Spenders das Geschäft beeinflusst haben.

Hermes wird sein Amt bis Mitte 2026 verlassen und überlässt den Bonner Stadtwerken damit die Bewältigung des Skandals sowie die Umsetzung der anstehenden Investitionspläne. Die Staatsanwaltschaft wertet weiterhin Zeugenaussagen aus, formelle Anklagen wurden jedoch noch nicht erhoben. Der Aufsichtsrat des Stadtwerks bekräftigt unterdessen seine Unterstützung für die verbleibende Führung.

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