11 February 2026, 21:30

Seit 21 Jahren in Köln: Warum dieser Mann trotz abgelehntem Asyl nicht abgeschoben wird

Eine Gruppe deutscher Gefangener aus Messines steht vor einem Gebäude unter einem klaren blauen Himmel, mit Text unten im Bild.

Seit 21 Jahren in Köln: Warum dieser Mann trotz abgelehntem Asyl nicht abgeschoben wird

Ein bosnischer Mann lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Köln – trotz eines abgelehnten Asylantrags. Huso B. kam 2003 nach Deutschland, doch nach der Ablehnung seines Gesuchs sollte er das Land verlassen. Seitdem hält er sich illegal hier auf, erhält monatliche Leistungen und entzieht sich seit 19 Jahren der Abschiebung.

Vor 21 Jahren reiste Huso B. erstmals nach Deutschland ein und beantragte Asyl aus Bosnien-Herzegowina. Sein Antrag wurde abgelehnt, da das Land als sicherer Herkunftsstaat eingestuft wird. Dennoch blieb er in Köln, wo er heute mit einer zehnköpfigen Familie lebt.

Seine Abschiebung wurde immer wieder verschoben – auch wegen seiner acht minderjährigen Kinder, die alle in Deutschland geboren wurden. Die Behörden begründeten die Aussetzung der Abschiebung mit dem Schutz der Familieneinheit und dem Kindeswohl. Gleichzeitig bezieht er weiterhin finanzielle Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz: 7.250,77 Euro monatlich für seinen gesamten Haushalt.

Der Fall sorgt für Aufsehen, nachdem bekannt wurde, dass B. vorbestraft ist. Seit 2010 wurde er mehrfach wegen Betrugs verurteilt und ist der Kölner Polizei bekannt. Nach öffentlicher Kritik ordnete Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine interne Prüfung an, wie mit der Situation umgegangen wurde.

Das Kölner Ausländeramt bearbeitet derzeit 1.080 Fälle im Zusammenhang mit freiwilligen Ausreisen oder Abschiebungen. Allein 2025 wurden 245 Personen abgeschoben, darunter 130 mit Vorstrafen. Die Stadt prüft jeden Fall individuell und berücksichtigt dabei Faktoren wie familiäre Bindungen, bevor über vorübergehende Aussetzungen entschieden wird.

Der Fall B. zeigt die Schwierigkeiten auf, Abschiebungen durchzusetzen, wenn familiäre und rechtliche Aspekte eine Rolle spielen. Die Überprüfung durch die Stadt könnte zu Änderungen in der Handhabung solcher Fälle führen. Bis dahin bleibt er in Deutschland, erhält weiterhin Leistungen – und sein langfristiger Status bleibt ungelöst.