Solingen: Streit um Obdachlose am Hauptbahnhof spaltet CDU und Grüne
Eggert StriebitzSolingen: Streit um Obdachlose am Hauptbahnhof spaltet CDU und Grüne
Grüne kritisieren CDU-Plan für nächtliches Verbot im Unterführungsbereich des Solinger Hauptbahnhofs
Solingen – Der von der CDU vorgeschlagene Änderungsantrag zur Straßenverkehrsordnung, der ein vollständiges Verbot von Camping und Übernachtungen in der Unterführung des Solinger Hauptbahnhofs vorsieht, stößt bei der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bezirksrat Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid auf scharfe Kritik. Die Grünen argumentieren, ein solches Verbot löse das eigentliche Problem nicht,
11. Dezember 2025, 09:21 Uhr
Ein Streit über Obdachlosigkeit am Solinger Hauptbahnhof entzündet sich zwischen den lokalen politischen Lagern. Der Plan der CDU, Übernachtungen und Camping in der Unterführung zu verbieten, trifft auf vehementen Widerstand der Grünen. Beide Seiten setzen auf unterschiedliche Lösungsansätze, während der Bahnhof sich auf eine umfassende Sanierung im Jahr 2026 vorbereitet.
Die CDU will mit dem Verbot von Schlafen und Campen in der Unterführung für mehr Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Die Grünen (Bündnis 90/Die Grünen) kritisieren diesen Ansatz als kurzsichtige Symptombekämpfung, die die eigentlichen Ursachen ignoriert.
Marco Saleik, Sprecher der Grünen im Bezirksrat Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, bezeichnet die Unterführung als „wichtiges Stadttor“. Sein Vorschlag: Durch Modernisierungen wie bessere Beleuchtung, klarere Beschilderung und ein saubereres Umfeld ließe sich der Bereich attraktiver und sicherer gestalten. Die Grünen fordern zudem niedrigschwellige Notunterkünfte und langfristige Wohnlösungen – statt Obdachlose einfach nur zu vertreiben.
Hilke Barenthien, zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, ergänzte, dass Unterkünfte auch für obdachlose Menschen mit Haustieren offenstehen müssten, da diese Gruppe oft abgewiesen werde. Konkrete Schritte zur Umsetzung dieser Forderungen stehen bei den Grünen jedoch noch aus.
Die Debatte entfacht vor dem Hintergrund der für 2026 geplanten Bahnhofssanierung, die das Areal grundlegend verändern könnte. Doch ohne rasche Einigung auf Lösungen droht die Auseinandersetzung um den Umgang mit Obdachlosigkeit in der Unterführung weiter zu eskalieren.
Der Konflikt zeigt die gegensätzlichen Positionen: Während die CDU auf strengere Regeln setzt, priorisieren die Grünen Wohnraumlösungen und die Aufwertung des Bahnhofs. Die anstehende Sanierung erhöht den Handlungsdruck – doch ein Kompromiss ist bisher nicht in Sicht.






