Solingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum ein Masterplan jetzt dringend nötig ist
Evelin KostolzinSolingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum ein Masterplan jetzt dringend nötig ist
Solingens Innenstadt kämpft mit Leerstand, schrumpfendem Angebot und mangelnden Gastronomie- und Begegnungsstätten. Der Niedergang vollzieht sich schleichend, über viele Jahre hinweg. Wirtschaftliche und soziale Probleme haben sich dadurch weiter verschärft.
Nicht alle Ursachen für diesen Rückgang liegen in der Hand der Stadt. Wichtige Dienstleistungen sind in größere Städte abgewandert, Industriearbeitsplätze ins Ausland verlagert, und Discounter sowie der Online-Handel dominieren mittlerweile den Einzelhandel. Diese Faktoren haben die Attraktivität des Viertels nach und nach untergraben.
Die lokale Politik hat zwar Einzelprojekte und Fachkonzepte ausprobiert, doch ein umfassender Masterplan fehlt bisher. Walsken plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz entlang des gesamten Innenstadtrings. Dieser sollte Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsbildung vereinen.
Er betont zudem die Bedeutung der Aufwertung angrenzender Gebiete wie der Mangenberger Straße, der Friedrichstraße, des Graf-Wilhelm-Platzes und des Werwolf-Viertels. Walsken ist überzeugt, dass Solingen eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anziehen muss, um die Wende zu schaffen. Seine Vorschläge umfassen bessere Vernetzung zwischen der Glasernen Werkstatt und lokalen Technologiezentren, mehr Studentenwohnheimplätze, ein dezentrales Gesundheitssystem sowie Unterstützung für Menschen, die mit der Digitalisierung hadern.
Walsken räumt ein, dass ein solcher Plan Jahre in Anspruch nehmen wird. Dennoch drängt er auf einen sofortigen Start der Erneuerung und fordert mehr finanzielle Spielräume, um von isolierten Projekten zu einer flächendeckenden Entwicklung überzugehen. Die Wiederbelebung der Innenstadt hängt von einem abgestimmten Vorgehen in mehreren Bereichen ab. Ohne Masterplan droht der Niedergang weiter voranzuschreiten. Walskens Konzepte zielen auf nachhaltigen Wandel – doch Erfolg erfordert Zeit und konsequentes Handeln.
