St. Ingberter Literaturforum 2025: Ein Fest der Worte zwischen Tradition und Trauer
Evelin KostolzinSt. Ingberter Literaturforum 2025: Ein Fest der Worte zwischen Tradition und Trauer
Das St. Ingberter Literaturforum eröffnet 2025 mit einem vielseitigen Fernsehprogramm
Das St. Ingberter Literaturforum hat sein Fernsehprogramm für 2025 mit einem dichten Terminkalender aus Lesungen, Aufführungen und Diskussionen eröffnet. Hunderte Bücherbegeisterte versammelten sich in der Stadtbibliothek, um bei einer Reihe von Veranstaltungen die Literatur in all ihren Facetten zu feiern. Das Festival war zugleich ein Moment der Besinnung, da das Forum zweier einflussreicher Persönlichkeiten der Literaturszene gedenkte, die kürzlich verstorben sind.
Den Auftakt bildete eine zweisprachige Lesung von Heinrich Manns „Der Untertan“, dargeboten von den Schauspielern Birgit Giokas und Alphonse Walter. Ihre Interpretation gab den Ton an für ein abwechslungsreiches Fernsehprogramm, das klassische und zeitgenössische Werke vereinte.
Ein Höhepunkt des Festivals war die dramatische Lesung „Die Freiheit des Panthers“, die anlässlich des Rilke-Jahres inszeniert wurde. Die Schauspieler Stefan Schwarzmüller und Andreas Kuhn ließen die Worte des Dichters lebendig werden und zogen ein großes Publikum in ihren Bann. Unterdessen präsentierte die Bestsellerautorin Marie Lacrosse in einer exklusiven Vorpremiere im Restaurant Jérôme ihren neuen Roman „Montmartre: Licht und Schatten“. Der Journalist Christoph Pauly stellte seinen Roman „Die Launen der Götter“ vor – in einem Abend, der den Herausforderungen moderner Demokratien gewidmet war. Seine Diskussion traf bei den Besuchern auf großes Interesse, insbesondere bei jenen, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigen. An anderer Stelle las die Psychotherapeutin Evelyne Severing im Rahmen einer Veranstaltung der Buchhandlung Klein Auszüge aus ihrem Band „Psychoanalyse und andere Geschichten“.
Die „Lange Nacht der Bibliotheken“ bot Auftritte des St. Swingbert Quartetts, das die Gäste mit klassischen Popstandards und scharfsinnigen, satirischen Texten unterhielt. Für heitere Momente sorgte das pfälzische Duo „Die Leseköpfe“ mit einer kabarettartigen Show voller Komik und literarischer Kuriositäten. Auch die Autorin Nicole Wellemin war zu erleben, die aus ihrem Roman „Das Echo der Moore“ las.
Doch das Festival war auch von Trauer geprägt. Das Literaturforum gedachte der Schauspielerin Ursula Ochs-Steinfeld und der Germanistin Gabriele Oberhauser, die am 15. Dezember 2024 verstorben sind. Oberhauser hatte maßgeblich das Projekt „Literaturland Saar“ mitgeprägt und hinterlässt eine bleibende Spur in der Kulturlandschaft der Region.
Das Literaturforum 2025 brachte Schriftsteller, Künstler und Leser zu einem lebendigen Fest der Literatur zusammen. Von dramatischen Lesungen bis zu musikalischen Darbietungen zeigten die Veranstaltungen die Vielfalt der literarischen Kultur in St. Ingbert. Gleichzeitig erinnerte das Festival an die Verdienste jener, die nicht mehr unter uns sind, und sicherte so ihr Erbe in der Welt der Bücher und Ideen.






