Streit um Ohligser Stadtring: Senioren fordern barrierefreie Busverbindungen
Evelin KostolzinStreit um Ohligser Stadtring: Senioren fordern barrierefreie Busverbindungen
Der vorgeschlagene Ohligser Stadtring in Solingen sorgt seit seiner ersten Vorstellung im Jahr 2022 für jahrelange Kontroversen. Was als Initiative lokaler Gruppen wie der Ohligser Jongens, der ISG und der OWG begann, hat sich mittlerweile zu einem zersplitternden Streitpunkt entwickelt – mit Protesten wegen Verkehrsbedenken und steigender Kosten. Alternativvorschläge, darunter ein kleinerer Ringschluss mit Radwegen und einem ausgebauten ÖPNV, sind ebenfalls in die Diskussion eingebracht worden.
Mitten in der Debatte haben sich die Grünen Senioren als lautstarke Fürsprecher eines Kompromisses positioniert. Sie argumentieren, dass jede Verkehrsänderung die praktischen Bedürfnisse älterer Bürger berücksichtigen müsse, die in hohem Maße auf barrierefreie Busverbindungen angewiesen sind.
Die Grünen Senioren lehnen die Forderungen der Ohligser Jongens, der ISG und der OWG nach einer kompletten Abschaffung des Stadtrings entschieden ab. Diese Gruppen wollen die Lennestraße für Busse sperren – ein Schritt, vor dem die Grünen Senioren warnen, da dadurch die wichtige Haltestelle "Ohligs Markt" entfallen würde. Für viele ältere Menschen würde das längere Fußwege zu Ausweichhaltestellen bedeuten – etwas, das sie als unpraktikabel beschreiben, besonders nach Einkäufen oder für Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Die Gruppe weist auch Kritik anderer lokaler Vereine zurück und besteht darauf, dass der aktuelle Verkehrsplan einen fairen Ausgleich bietet. Sie betonen, dass Busse für ältere Bürger unverzichtbar bleiben – sei es aus gesundheitlichen Gründen oder wegen finanzieller Einschränkungen. Ohne zuverlässige Verbindungen, so ihr Argument, hätten viele Schwierigkeiten, das Stadtzentrum oder wichtige Einrichtungen zu erreichen.
Über den unmittelbaren Konflikt hinaus sehen die Grünen Senioren die Thematik als Teil einer größeren Herausforderung. Ein gelungener Wandel in der Verkehrspolitik, so ihre Meinung, müsse für alle funktionieren – nicht nur für jüngere oder mobilere Bewohner. Ihre Haltung spiegelt die übergreifende Sorge wider, die Barrierefreiheit zu wahren, während sich Solingens Infrastruktur weiterentwickelt.
Die Diskussion um den Stadtring spaltet Solingen weiterhin, und eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Position der Grünen Senioren unterstreicht die praktischen Schwierigkeiten, vor denen ältere Bürger bei Änderungen der Buslinien stehen könnten. Ihr Einsatz für einen Kompromiss lenkt den Fokus darauf, die Vernetzung zu erhalten und gleichzeitig die Bedürfnisse aller Altersgruppen zu berücksichtigen.






