01 January 2026, 22:45

Streit um Paderborner Brutalismus-Ikone: Soll St. Kilian geschlossen werden?

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes positioniert.

Streit um Paderborner Brutalismus-Ikone: Soll St. Kilian geschlossen werden?

Das Erzbistum Paderborn erwägt die Schließung von zwei der drei Kirchen der Pfarrei St. Julian. Darunter ist auch St. Kilian, ein brutalistisches Wahrzeichen aus den späten 1960er-Jahren, das bei vielen Einheimischen tief verwurzelt ist. Die Entscheidung hat eine Debatte zwischen dem Kirchenrat und den Gemeindemitgliedern über die Zukunft des Gebäudes ausgelöst.

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St. Kilian hebt sich als kreisrunde Hallenkirche mit einem modernen Betonaltar und auffälligen Buntglasfenstern ab. Als architektonisches Kind seiner Zeit gilt der Bau längst als prägendes Wahrzeichen Paderborns. Für Menschen wie Claudia Auffenberg besitzt die Kirche persönliche und historische Bedeutung – viele setzen sich daher für ihren Erhalt als "Kulturkirche" ein.

Das Erzbistum Paderborn steht jedoch unter Druck, sich anzupassen, da die Zahl der Gottesdienstbesucher und Kirchenmitglieder sinkt. Als Reaktion darauf werden bereits Räumlichkeiten umgenutzt, wie etwa in der Pfarrei St. Heinrich. Im Vergleich zu anderen Diözesen in Nordrhein-Westfalen hat Paderborn aber noch keine klare Immobilienstrategie entwickelt. Während sich der Kirchenrat eher für eine Schließung von St. Kilian ausspricht, gibt es bisher keine Angaben darüber, wer die endgültige Entscheidung treffen wird. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Gebäude weiter als Gotteshaus dient oder eine neue Rolle in der Gemeinde übernimmt.

Die Zukunft von St. Kilian bleibt ungewiss, während das Bistum praktische Erfordernisse gegen den kulturellen Wert abwägt. Bei einer Schließung könnte die Kirche zu den vielen umgenutzten Sakralbauten zählen – ein Zeichen für den Wandel der religiösen Landschaft in der Region. Bis dahin diskutieren Gemeindemitglieder und Verantwortliche weiter über ihr Schicksal.