30 June 2026, 04:24

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – Kunden verdienen Geld beim Verbrauch

Erste negative Strompreise für Endkunden

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – Kunden verdienen Geld beim Verbrauch

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null. Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten davon, dass ihre Kosten ins Negative rutschten – sie erhielten also Geld für den Stromverbrauch in dieser Phase. Die Entwicklung spiegelt die anhaltende Volatilität auf dem Energiemarkt wider.

Die Großhandelspreise sanken ab 9 Uhr in den negativen Bereich und blieben bis 17 Uhr dort. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr, als die Preise auf -250,32 Euro pro Megawattstunde bzw. -25,03 Cent pro Kilowattstunde fielen. Für Endverbraucher ergaben sich dadurch Nettopreise zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, in einigen Regionen sogar bis zu -12 Cent pro Kilowattstunde.

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Der Energiedienstleister Tibber verzeichnete den niedrigsten Nettopreis für Endkunden mit -8,6 Cent pro Kilowattstunde in der Kölner Region. Noch am selben Tag hatte der dynamische Tarif von Tibber zwischen 20 und 21 Uhr seinen Höchststand bei 36 Cent pro Kilowattstunde erreicht. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, warnte, dass in diesem Sommer neue Rekordwerte bei negativen Strompreisen möglich seien.

Im vergangenen Jahr waren die Großhandelspreise bereits 457 Stunden im Minus – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2022. Experten erwarten, dass sich dieser Trend aufgrund der mangelnden Flexibilität des Marktes fortsetzt. Im Juli 2023 gab es erstmals einen Tag mit durchgehend negativen Preisen im Vorabendhandel, die bis auf -500 Euro pro Megawattstunde fielen. Damals nutzten jedoch noch weniger Anbieter und Kunden dynamische Tarife.

Erst kürzlich entschied die Schlichtungsstelle, dass Netzbetreiber nicht verpflichtet sind, Verbraucher über den vollen Solar-Einspeisebonus zu informieren, der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 festgelegt wurde. Während der negativen Preise am Sonntag konnten Kunden mit dynamischen Tarifen besonders profitieren, indem sie etwa Heimstromspeicher oder Elektroautos luden.

Negative Strompreise ermöglichen es Verbrauchern, durch gezielten Stromverbrauch Geld zu verdienen. Das Phänomen unterstreicht den wachsenden Einfluss erneuerbarer Energien auf das Stromnetz. Angesichts der anhaltenden Marktrinflexibilität ist mit einer weiteren Zunahme negativer Preise zu rechnen.

Quelle