Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für das zerstörte Gesundheitssystem
Evelin KostolzinSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für das zerstörte Gesundheitssystem
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Die Reise markierte eine Rückkehr in die deutsche Stadt, in der er einst als Neurochirurg ausgebildet wurde. Bei den Gesprächen ging es um mögliche Partnerschaften zur Stärkung des schwer angeschlagenen syrischen Gesundheitssystems.
Al-Ali absolvierte unter der Leitung von Professor Ralf Buhl, dem Chefarzt der Neurochirurgie des Klinikums, eine fünfjährige Facharztausbildung in Solingen. Während seines Besuchs traf er erneut mit Buhl, seinem ehemaligen Mentor, zusammen, um Wege zur Wiederherstellung der medizinischen Fachkompetenz in Syrien zu erörtern.
Das Gesundheitssystem des Landes leidet schwer unter den Folgen jahrelanger Konflikte. Zahlreiche Krankenhäuser und Kliniken wurden zerstört, sodass es an lebenswichtiger Ausrüstung und qualifiziertem Personal mangelt. Über 6,8 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, darunter Tausende Ärzte und Fachkräfte.
Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner im Ausland 10.800 Operationen durch. Um dem Mangel im Inland entgegenzuwirken, hat al-Ali kurzfristige Einsätze für diese Ärzte genehmigt, damit sie zurückkehren und Patienten versorgen können. Zudem schlug er ein Austauschprogramm mit dem Städtischen Klinikum Solingen vor, um spezialisiertes Wissen nach Syrien zu transferieren.
Der Besuch unterstreicht die anhaltenden Bemühungen Syriens, die medizinische Infrastruktur wieder aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Krankenhäusern könnte helfen, den Mangel an qualifiziertem Personal zu verringern. Al-Alis Initiativen zielen darauf ab, den Zugang zu lebensnotwendigen Behandlungen für die von dem Konflikt betroffenen Syrer zu verbessern.






