03 February 2026, 08:35

Teilzeitarbeit in NRW boomt – warum Frauen fast doppelt so oft betroffen sind wie Männer

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontext für die Daten liefert.

Fast ein Drittel der Arbeitnehmer arbeitete 2025 Teilzeit - Teilzeitarbeit in NRW boomt – warum Frauen fast doppelt so oft betroffen sind wie Männer

Teilzeitarbeit in Nordrhein-Westfalen stark gestiegen – Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. In Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die Teilzeitarbeit in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Bis Juni 2025 arbeitete fast jeder dritte Beschäftigte im Land in reduzierter Stundenzahl. Die aktuellen Zahlen zeigen dabei deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Frauen sind weitaus häufiger in Teilzeit beschäftigt als Männer.

Im Juni 2025 waren 30,4 Prozent aller Erwerbstätigen in NRW in Teilzeit beschäftigt – ein Anstieg um 4,7 Prozentpunkte seit 2015. Bei den Frauen lag die Quote bei 50 Prozent, während bei den Männern etwa jeder Siebte (14,3 Prozent) in Teilzeit arbeitete. Insgesamt hatten im Sommer 2024 rund 1,7 Millionen Frauen und 550.100 Männer einen Teilzeitjob.

Männer holen auf – aber Frauen dominieren weiterhin Der Anstieg der Teilzeitarbeit fällt bei Männern besonders stark aus: Seit 2015 hat sich ihre Teilzeitquote um über 63 Prozent erhöht, während sie bei Frauen um 28 Prozent stieg. Daten des Statistischen Bundesamts (Mikrozensus) zeigen, dass die Teilzeitquote bei Männern mittlerweile zwischen 12 und 15 Prozent liegt – vor zehn Jahren waren es noch 9 bis 12 Prozent. Bei Frauen bleibt die Quote mit 45 bis 50 Prozent stabil, allerdings gibt es einen leichten Anstieg bei erwerbsbedingter Teilzeit, etwa wenn nur Stellen mit reduzierten Vollzeitstunden verfügbar sind.

Regionale Unterschiede deutlich sichtbar Auch geografisch gibt es große Differenzen: Sonsbeck im Kreis Wesel verzeichnete 2024 mit über 51 Prozent die höchste Teilzeitquote in NRW. Am anderen Ende der Skala lagen Rheda-Wiedenbrück (15,6 Prozent) und Verl (15,8 Prozent) mit den niedrigsten Werten. Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren in NRW rund 7,3 Millionen Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.

Gründe für Teilzeit: Pflege, Familie und gesundheitliche Einschränkungen Die Motive für Teilzeitarbeit unterscheiden sich nach Geschlecht: Immer mehr Männer nennen Betreuungspflichten – etwa für Kinder oder Angehörige – sowie gesundheitliche Gründe als Auslöser. Bei Frauen bleiben Familie und Kinderbetreuung die Hauptgründe, doch zunehmend spielen auch fehlende Vollzeitstellen eine Rolle.

Trend zu mehr Teilzeit – aber traditionelle Rollenbilder bleiben Der Anstieg der Teilzeitarbeit in NRW spiegelt einen breiten Wandel der Arbeitswelt wider, wobei Männer stärker nachziehen als Frauen. Zwar arbeiten nach wie vor deutlich mehr Frauen in Teilzeit, doch der wachsende Männeranteil deutet auf veränderte Care-Anforderungen und gesundheitliche Faktoren hin. Die Daten zeigen sowohl regionale Unterschiede als auch die anhaltende Prägung durch traditionelle Geschlechterrollen bei der Berufswahl.