02 April 2026, 14:28

Thüringer Pilotprojekt: Wie 5.000 Schüler vor digitaler Gewalt geschützt wurden

Karte von Australien mit rot schattierten Regionen, die den Prozentsatz von Minderjährigen je Bundesstaat anzeigen, begleitet von einem Text, der unten besagt, dass Minderjährige wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden können.

Thüringer Pilotprojekt: Wie 5.000 Schüler vor digitaler Gewalt geschützt wurden

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Tausende Schüler gegen digitale sexualisierte Gewalt sensibilisiert

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat Präventionsworkshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Tausende Schüler gebracht. Unter der Leitung von Yasmina Ramdani erreichte die Initiative rund 5.000 junge Menschen im gesamten Bundesland. Doch trotz des Erfolgs gibt es keine offiziellen Daten darüber, wie viele weitere deutsche Schulen seit dem Projektende 2026 ähnliche Programme eingeführt haben.

Das von der Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz finanzierte Vorhaben war das erste seiner Art in Deutschland. Ziel war es, Schüler über digitale sexualisierte Gewalt aufzuklären – darunter auch Cybergrooming, bei dem Täter Kinder im Internet gezielt ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen. In den Workshops ging es zudem um Grenzverletzungen in Freundeskreisen oder Klassenchats, die oft auf Naivität und mangelnde Medienkompetenz zurückzuführen sind.

Der Bedarf an solcher Aufklärung ist offenkundig: Wie das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit 2025 feststellte, hatte fast jeder zweite junge Mensch in Deutschland bereits Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt im Netz gemacht. Fast ein Viertel gab an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein. Zwar erkennen Lehrkräfte die Dringlichkeit des Themas an, viele geben jedoch zu, sich überfordert zu fühlen.

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Auch Eltern kommen eine Schlüsselrolle zu. Fachleute betonen, wie wichtig es ist, dass Erwachsene ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen sprechen. Ohne diese Gespräche bleibt das Risiko für junge Menschen in digitalen Räumen hoch.

Das Thüringer Pilotprojekt unterstützte zwar direkt 5.000 Schüler, doch sein übergreifender Einfluss bleibt unklar. Bundesweite Zahlen, wie viele Schulen seitdem ähnliche Workshops anbieten, fehlen. Die Daten zeigen ein fortbestehendes Problem: Zwar wächst das Bewusstsein – bei der Umsetzung praktischer Lösungen hinkt Deutschland jedoch noch hinterher.

Quelle