US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – und löst Streit aus
Wally KlemtUS-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – und löst Streit aus
Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft
Der Verkauf des größten deutschen Tanklagerbetreibers Tanquid an das US-Energieunternehmen Sunoco hat eine Debatte über ausländische Eigentumsverhältnisse an kritischer Infrastruktur ausgelöst. Kritiker, darunter Umweltverbände und Oppositionspolitiker, fragen sich, ob nun die Energiesicherheit und Klimaziele der Bundesländer Deutschlands gefährdet sein könnten.
Die Übernahme wurde vom Bundeswirtschaftsministerium genehmigt – allerdings unter strengen Auflagen. Demnach muss Tanquid im Rahmen der Vereinbarung seine Anteile an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund veräußern. Die Behörden betonen, dass die Versorgungssicherheit dadurch nicht beeinträchtigt werde.
Sunoco gehört zu Energy Transfer, einem der größten US-Energiekonzerne. Dessen Vorstandsvorsitzender Kelcy Warren steht wegen seiner Verbindungen zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und seiner finanziellen Unterstützung für die Make America Great Again-Bewegung in der Kritik. Diese Verknüpfung beunruhigt viele Beobachter.
Greenpeace hat sich vehement gegen den Deal ausgesprochen und warnt, dieser könnte die deutsche Energiesicherheit und Klimapolitik untergraben. Auch Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, teilt diese Bedenken. Er hält es für unklug, einem Verbündeten Trumps die Kontrolle über solche Schlüsselinfrastrukturen zu überlassen, und fordert strengere Regeln für ausländische Investitionen in den Bundesländern.
In den verfügbaren Unterlagen fanden sich keine klaren historischen Richtlinien oder früheren Maßnahmen der Bundesregierung zu vergleichbaren Verkäufen. Das Ministerium versichert jedoch, dass von der aktuellen Transaktion keine Gefahr für nationale Lieferketten ausgehe.
Der Verkauf von Tanquid an Sunoco wurde unter behördlichen Auflagen abgeschlossen. Der Deal verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen wirtschaftlicher Offenheit und dem Schutz strategischer Vermögenswerte. Künftig ist mit weiteren Diskussionen über ausländischen Besitz an kritischer Infrastruktur in den Bundesländern zu rechnen.