04 February 2026, 13:19

US-Konzern übernimmt Tanquid – doch die Kritik an Deutschlands Energie-Sicherheit wächst

Eine Grafik, die die US-Öl- und Petroleumproduktion, -importe und -exporte zeigt, mit begleitendem Text.

US-Konzern übernimmt Tanquid – doch die Kritik an Deutschlands Energie-Sicherheit wächst

Ein großer US-amerikanischer Energiekonzern hat den größten deutschen Tanklagerbetreiber, Tanquid, übernommen. Das Wirtschaftsministerium gab zwar grünes Licht für den Deal, doch die Entscheidung stößt auf Kritik – vor allem wegen Bedenken zur nationalen Sicherheit und Energieunabhängigkeit. Zwar wurden Auflagen erteilt, doch Abgeordnete und Umweltschützer bleiben skeptisch, was die langfristigen Risiken angeht.

Sunoco, eine Tochter des US-Energiekonzerns Energy Transfer, vollendete die Übernahme von Tanquid nach der Genehmigung durch die deutschen Behörden. Das Wirtschaftsministerium knüpfte strenge Bedingungen an den Deal, darunter die Verpflichtung, dass Tanquid seine Anteile an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund abgibt. Offizielle Stellen betonten, die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet – doch die Zweifel bleiben.

Die Übernahme trifft auf scharfen Widerstand. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, bezeichnete die Genehmigung als Fehler und wies die Auflagen als unzureichend zurück. Auch Greenpeace zeigte sich alarmiert und warnte davor, dass kritische Energieinfrastruktur nicht in die Hände eines von fossilen Brennstoffen abhängigen ausländischen Konzerns geraten dürfe.

Unterdessen deutet die Bundesregierung eine grundsätzliche Kursänderung bei ausländischen Beteiligungen an kritischer Infrastruktur an. Aktuelle Debatten im Bundestag unterstreichen Pläne, die Vorschriften im Rahmen der EU-NIS-2-Richtlinie zu verschärfen – etwa durch den Wegfall nationaler Ausnahmeregelungen und die verbindliche Einführung von Risikomanagement für die öffentliche Verwaltung. Weitere Maßnahmen, wie die frühzeitige Beschaffung europäischer Digitalsysteme, zielen darauf ab, die Abhängigkeit von Nicht-EU-Lieferanten zu verringern und die heimische Resilienz zu stärken.

Sunoco-Chef Kelcy Warren ist ein bekannter Unterstützer der "Make America Great Again"-Bewegung und ein enger Verbündeter des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Diese politische Verbindung heizt die Kontroverse zusätzlich an: Kritiker fragen sich, ob wirtschaftliche Interessen die strategischen Prioritäten Deutschlands überlagern könnten.

Die Tanquid-Übernahme geht unter den behördlichen Auflagen voran. Gegner des Deals warnen jedoch, dass damit ein gefährlicher Präzedenzfall für ausländische Kontrolle über essenzielle Infrastruktur geschaffen werde. Die laufenden Anpassungen der Bundesregierung deuten darauf hin, dass künftige Transaktionen einer strengeren Prüfung unterzogen werden könnten.