27 January 2026, 19:23

US-Spielzeugboom trotz Zölle: Warum europäische Hersteller kämpfen oder scheitern

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine Maschine bedienen, umgeben von Metallstangen und -rohren, mit dem Text "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

US-Spielzeugboom trotz Zölle: Warum europäische Hersteller kämpfen oder scheitern

US-Spielzeugmarkt wächst trotz Handelszölle – europäische Hersteller kämpfen mit Anpassungen

Der US-amerikanische Spielzeugmarkt verzeichnet in diesem Jahr ein stetiges Wachstum, obwohl die Kosten durch Handelszölle steigen. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres kletterten die Umsätze um sieben Prozent – und das, obwohl die Preise im Schnitt um vier Prozent angehoben wurden. Doch während die Branche insgesamt zulegt, haben es einige europäische Spielzeughersteller schwer, sich an die veränderten Handelsbedingungen anzupassen.

Die Probleme begannen, als der damalige US-Präsident Donald Trump einen Zollsatz von 45 Prozent auf Waren aus chinesischer Produktion verhängte, der später auf 30 Prozent gesenkt wurde. Viele Unternehmen sahen sich mit höheren Kosten konfrontiert und mussten entweder die Preise anpassen oder ihre Produktionsstandorte verlegen.

Der deutsche Spielwarenhersteller Tonies reagierte, indem er die Fertigung seines Toniebox 2 von China nach Vietnam verlagerte. Der Umzug erfolgte im April – just in dem Moment, als Trump neue Zölle auf Handelspartner ankündigte. Mit einem Zollsatz von 20 Prozent erwies sich Vietnam als günstigere Alternative zu China. Trotz Preiserhöhungen bei einigen Figuren – darunter beliebte Charaktere von Disney, Marvel und Doggyland – verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von fast einem Drittel, wobei die Hälfte der Einnahmen aus den USA stammte.

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Ein anderer deutscher Hersteller, Ravensburger, wählte einen anderen Weg: Das Unternehmen übernahm die Zollkosten für in der EU produzierte Waren, erhöhte jedoch die Preise für Artikel, die weiterhin in China gefertigt werden. Kleinere Firmen wie Amigo Spiele stellten ihre US-Geschäfte im Oktober komplett ein – als Gründe wurden die Folgen der Pandemie und die Unsicherheiten durch den Handelskonflikt genannt.

Weitere europäische Spielzeughersteller wie die Simba Dickie Group oder Bruder Spielwaren haben weiterhin mit den hohen US-Zöllen zu kämpfen. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass diese Unternehmen ihre Produktion verlagern, um die zusätzlichen Kosten zu umgehen.

Trotz aller Hürden bleibt die USA der weltweit größte Spielzeugmarkt und zieht europäische Hersteller weiterhin an. Einige Unternehmen wie Tonies haben es geschafft, sich anzupassen – sei es durch Produktionsverlagerungen oder Preisanpassungen. Andere hingegen kommen mit den Herausforderungen nicht zurecht, was zu Schließungen oder rückläufigen Umsätzen führt.