VAR-Fehler entfachen neue Debatten über Videobeweis im deutschen Fußball
Wally KlemtVAR-Fehler entfachen neue Debatten über Videobeweis im deutschen Fußball
Die Diskussionen um umstrittene VAR-Entscheidungen sind im deutschen Fußball erneut aufgeflammt. Bei zwei jüngsten Spielen kam es zu gravierenden Fehlern, die die Debatte über den Einsatz und die Finanzierung der Technologie neu entfacht haben. Vereine und Funktionäre sind weiterhin uneins, wie mit der Technik in den unteren Ligen umgegangen werden soll.
In der Bundesliga überschattete ein VAR-Fehler das 1:1 von Eintracht Frankfurt gegen Heidenheim. Ein Tor wurde fälschlicherweise aberkannt, was Spieler und Fans gleichermaßen frustrierte.
Auch im DFB-Pokal gab es Probleme: Leroy Sané von Bayern München erzielte ein Tor, obwohl er im Abseits stand. Die übersehene Szene im Spiel des 1. FC Köln löste hitzige Diskussionen über die Zuverlässigkeit des VAR aus.
Seit der Saison 2019/20 kommt der Videobeweis im DFB-Pokal ab dem Viertelfinale zum Einsatz. Nun gibt es Forderungen, ihn bereits früher im Turnier zu nutzen. Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees schlug vor, die Technik ab der zweiten Runde einzusetzen – sofern die Rahmenbedingungen es zulassen.
Das größte Hindernis bleibt jedoch die Finanzierung. Bundesliga und 2. Bundesliga geben jährlich rund 11 Millionen Euro für den VAR aus, davon fast eine Million Euro für das Personal. Den unteren Ligen fehlen jedoch die TV-Einnahmen, um diese Kosten zu decken – eine Lösung für die Finanzierung steht noch aus. Eine Ausweitung des VAR im DFB-Pokal würde für Vereine außerhalb der DFL zusätzliche Belastungen bedeuten.
Die Zukunft des Videobeweises im deutschen Fußball bleibt damit weiter umstritten. Finanzielle Lücken und aktuelle Fehler halten die Diskussionen am Köcheln. Ohne klare Lösungsansätze dürften die Meinungsverschiedenheiten über den Einsatz in den unteren Spielklassen anhalten.






