Vertrauensverlust: Immer weniger Jugendliche in NRW glauben an die Demokratie
Wally KlemtVertrauensverlust: Immer weniger Jugendliche in NRW glauben an die Demokratie
Junge Menschen in Nordrhein-Westfalen verlieren in alarmierendem Tempo das Vertrauen in die Demokratie
Eine neue Studie zeigt: Die Zufriedenheit unter 14- bis 18-Jährigen ist von 77 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 47 Prozent im Jahr 2025 eingebrochen. Diese Zahlen stammen aus dem dritten Demokratie-Bericht der Landeszentrale für politische Bildung, der zudem vor wachsendem Extremismus und Desinformation im Netz warnt.
Die Untersuchung belegt einen deutlichen Rückgang der demokratischen Unterstützung vor allem in jüngeren Altersgruppen. Zwar stehen noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen hinter der Demokratie, doch der allgemeine Trend deutet auf eine zunehmende Entfremdung hin. Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigte sich besorgt über die Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und extremistischem Content im Internet, der gezielt Kinder und Jugendliche anspricht.
Soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen haben sich zu Brennpunkten der Radikalisierung entwickelt. Junge Menschen sind dort ausgefeilten Manipulationstaktiken ausgesetzt, gegen die die klassische politische Bildung in Schulen oft machtlos ist. Der Bericht unterteilt die Befragten in drei Gruppen: 44 Prozent gelten als überzeugte "Demokrat:innen", 42 Prozent als "fragile Demokrat:innen" und 8 Prozent als "Demokratiegegner:innen".
Auch undemokratische Einstellungen gewinnen an Boden. Fast die Hälfte der Befragten – 47 Prozent – glaubt, die Gesellschaft würde von "einer starken Partei" profitieren, während 15 Prozent unter bestimmten Umständen sogar eine Diktatur für vorziehenswert halten. Dennoch wünschen sich 76 Prozent der Jugendlichen mehr politische Bildung in der Schule – ein klares Signal für den Bedarf an besserer Vermittlung demokratischer Werte.
Der Bericht skizziert sowohl die Herausforderungen als auch mögliche Lösungsansätze für den schwindenden Demokratieglauben. Politische Bildung in Schulen könnte eine Schlüsselrolle spielen, um das Verständnis für Demokratie zu stärken. Ohne Gegenmaßnahmen droht der Trend zu mehr Extremismus und sinkender Zufriedenheit unter jungen Menschen anzudauern.






