Wartezeiten bei Fachärzten in NRW erreichen neuen Höchststand von 42 Tagen
Eggert StriebitzWartezeiten bei Fachärzten in NRW erreichen neuen Höchststand von 42 Tagen
Patienten in Nordrhein-Westfalen müssen länger auf Fachärzte warten – Wartezeiten steigen deutlich an
In Nordrhein-Westfalen sehen sich Patienten mit immer längeren Wartezeiten bei Fachärzten konfrontiert, die die der Vorjahre deutlich übersteigen. 2024 betrug die durchschnittliche Wartezeit 42 Tage – ein Anstieg gegenüber 33 Tagen im Jahr 2019. Dennoch gelingt es den meisten Betroffenen nach wie vor, innerhalb von drei Tagen einen Termin zu erhalten; manche werden sogar noch am selben Tag behandelt.
Die steigende Nachfrage nach fachärztlicher Versorgung treibt die Wartezeiten in der gesamten Region in die Höhe. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein sind ein Mangel an Fachärzten, begrenzte Ressourcen und die wachsende Zahl der Patienten die Hauptgründe. Seit 2014 ist die Anzahl der jährlichen Behandlungsfälle von etwa 67 Millionen auf über 72 Millionen gestiegen.
Dr. Justus Kreyer, Orthopäde in Düsseldorf, schildert die Situation aus erster Hand: Seine Praxis hat die Öffnungszeiten auf 8 bis 20 Uhr ausgedehnt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Zwar hätten Privatpatienten feste Sprechstundentermine, doch der Unterschied in den Wartezeiten zu Kassenpatienten falle laut Kreyer vergleichsweise moderat aus.
Als mögliche Lösungen schlagen Verantwortliche eine bessere Patientensteuerung, den Ausbau der Telemedizin und mehr Unterstützungspersonal vor, um die Belastung zu verringern. Aktuelle Daten zur Zahl der Fachärzte oder zu den am stärksten betroffenen Regionen liegen jedoch seit 2014 nicht mehr vor.
Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Entspannung: Kassenpatienten müssen oft wochenlang auf eine Behandlung warten. Zwar erhalten die meisten weiterhin innerhalb weniger Tage einen Termin, doch das System bleibt unter Druck. Die Behörden prüfen weiterhin Maßnahmen, um den Zugang zu verbessern und die Wartezeiten für alle Patienten zu verkürzen.