03 February 2026, 10:36

Warum Deutschlands Spitzenküche noch immer eine Männerdomäne bleibt – und was sich ändert

In einem Restaurant stehen Frauen an einer Essensbestellung auf einer Seite, während auf der anderen Seite Tische und Stühle mit einer Frau und einem Mann an einem der Tische angeordnet sind.

Warum Deutschlands Spitzenküche noch immer eine Männerdomäne bleibt – und was sich ändert

Deutschlands kulinarische Szene kämpft weiterhin mit einem eklatanten Geschlechtergefälle – trotz erster Fortschritte. Im Jahr 2025 besaßen nur 14 Köchinnen einen Michelin-Stern, während es bei ihren männlichen Kollegen 337 waren. Doch in Hamburg und darüber hinaus entstehen Initiativen, die die Rahmenbedingungen für Frauen in der Gastronomie verbessern wollen.

In der Hansestadt begannen 2023 deutlich weniger Frauen als Männer eine kulinarische Ausbildung. Auch branchenweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar absolvierten 2024 erstmals mehr Frauen als Männer eine Kochausbildung, doch nur 33 Prozent von ihnen besetzen Führungspositionen. Nach wie vor stellt Mutterschaft eine der größten Hürden für Frauen dar, die in der Spitzenküche Karriere machen wollen.

Zu den Köchinnen, die sich diesen Herausforderungen stellen, gehört Clara Hunger, die mit Nullkommaeins eine Pop-up-Bar in St. Pauli eröffnet hat. Oder Zora Klipp, eine Hamburger Spitzenköchin, die für ihre pflanzenbasierte Küche und ihr Engagement für flachere Hierarchien in der Gastronomie bekannt ist.

Doch es gibt auch strukturelle Unterstützung: Die Food-Journalistin Denise Wachter gründete Chef:in, eine Plattform, die Deutschlands führende Frauen in der Gastronomie vorstellt. Das Verzeichnis stößt auf großes Interesse – sogar TV-Produktionsfirmen greifen mittlerweile auf die gelisteten Talente zurück. Das Ziel ist klar: Sichtbarkeit erhöhen und Netzwerke für Frauen in der Gastronomie stärken.

Die Kluft bleibt groß, doch es tut sich etwas. Projekte wie Chef:in oder hochkarätige Vorhaben wie Nullkommaeins schaffen neue Chancen. Mit mehr Sichtbarkeit und Rückhalt könnte die Branche in den kommenden Jahren einen Wandel erleben.