Wie Buchhändler und Verlage Leser heute digital und analog begeistern
Eggert StriebitzWie Buchhändler und Verlage Leser heute digital und analog begeistern
Buchliebhaber und Verlagsprofis finden neue Wege, um Leser zu erreichen. Von Online-Leseclubs bis zu Wochenendempfehlungen – die Branche passt sich den digitalen Trends an. Manche blicken dennoch auf traditionelle Gewohnheiten zurück, die einst den Buchhandel prägten.
Nicolas Greno von der Greno-Buchhandlung in Donauwörth teilt jeden Samstagmorgen Videos über die Reichsstraße. Unterdessen veröffentlicht das Team der Markus-Buchhandlung in Gütersloh bereits freitags seine Buch-Tipps fürs Wochenende. Maria Christina Piwowarski, die zuvor in der Ocelot-Buchhandlung tätig war, bietet mittlerweile online literarische „Sprechstunden“ für Diskussionen an.
Mona Lang, Programmleiterin bei Kiepenheuer & Witsch, betreibt auf Instagram einen beliebten Online-Buchclub mit fast 25.000 Followern. Die Stimme hinter diesen Beobachtungen verweist zudem auf Verschiebungen in den Verlagsprioritäten. Früher hieß es etwa, Taschenbücher würden sich in der Präsentation schlecht verkaufen, und farbige Einlegeblätter seien kein entscheidendes Verkaufsargument.
Die Sprecherin regt an, die „Generation Daheimbleiber“ in vertrauten Räumen wie dem Internet einzubinden. Sie freut sich über neue Projekte in der Branche, vermisst aber die alte Verlagsgewohnheit, ausgiebige Debatten zu führen, bis ein Gegenargument auftauchte.
Publishers Weekly Plus bietet nun für fünf Euro im Monat Premium-Inhalte an, darunter E-Papers und Archivzugänge. Die Verlagswelt bleibt im Wandel – zwischen digitaler Innovation und Reflexion über vergangene Praktiken. Neue Formate helfen Büchern, auf frische Weise ein breiteres Publikum zu erreichen.
