Wie Joseph Beuys 1988 doch noch die DDR eroberte – eine vergessene Kunstsensation
Wally KlemtWie Joseph Beuys 1988 doch noch die DDR eroberte – eine vergessene Kunstsensation
Nach Beuys – Eine Hommage
Der Werkstatt-Zyklus 'After Beuys' in der Galerie Eigen+Art wurde als 'Gegenentwurf' zum Versuch verstanden, Joseph Beuys vom 'Ballast des erweiterten Kunstbegriffs' zu befreien.
6. September 2012
Unterhaltung, Popkultur
1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys – Jahre, nachdem sie ihn zur unerwünschten Person erklärt hatte. Die Schau mit dem Titel 'Beuys vor Beuys' eröffnete im Berliner Marstall, bevor sie an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst weiterzog. Sie markierte eine seltene kulturelle Öffnung des SED-Staates gegenüber dem umstrittenen Künstler.
Die Idee zur Ausstellung stammte von der Kuratorin und Kunsthistorikerin Margit Rowell. Sie schlug eine Retrospektive vor, die sich auf Joseph Beuys' frühe Werke zwischen 1946 und 1966 konzentrierte. Die 216 gezeigten Exponate entstammten der Sammlung van der Grinten und boten Einblicke in seine prägenden Schaffensjahre.
Die strengen Kulturrichtlinien der DDR hatten Joseph Beuys lange ausgegrenzt, doch 'Beuys vor Beuys' durchbrach diese Barriere für kurze Zeit. Die Ausstellung ermöglichte einen kontrollierten, aber beispiellosen Blick auf sein frühes Werk. Bis zum Ende der DDR folgte keine weitere Präsentation seiner Kunst.






