14 June 2026, 12:27

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Debatte zurück

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Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Debatte zurück

Eine Debatte um Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung von 1975 ist neu entfacht worden, und zwar wegen einer Szene, in der die damals 13-jährige Nastassja Kinski halb entkleidet zu sehen ist. Die Diskussion gewann an Fahrt, nachdem Wenders Kinskis langjährigen Wunsch abgelehnt hatte, die umstrittene Szene aus dem Film zu entfernen.

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Der Streifen war in den letzten Jahren nur ein einziges Mal gezeigt worden – im März 2023 im Frankfurter Filmmuseum im Rahmen einer Wenders-Retrospektive. Kinski hatte jahrelang darauf gedrängt, die Szene streichen zu lassen, doch erst Wenders’ Weigerung brachte die Angelegenheit in die öffentliche Aufmerksamkeit. Nach der Debatte entschuldigte er sich bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr.

Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen auf, wie mit älteren Werken umgegangen werden soll, deren Inhalte heute als inakzeptabel gelten. Manche argumentieren, Filme könnten ohne Verlust ihrer künstlerischen Substanz an moderne Maßstäbe angepasst werden, während andere auf der Bewahrung der Originalfassung bestehen. Auch Brooke Shields, die in Pretty Baby eine Kinderprostituierte spielte, äußerte sich unbehaglich über die Rechtfertigung ihrer Mitwirkung in einem Film, den manche als unmoralisch bezeichnen.

Schauspielerinnen wie Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst betonen die Bedeutung professioneller Standards und Respekt am Set. Gleichzeitig räumen sie ein, dass die Wahrnehmung des Publikums darüber entscheidet, wie solche Werke heute bewertet werden. Jodie Foster, die mit zwölf Jahren in Taxi Driver mitspielte, hat ihre Rolle stets mit Humor reflektiert – ein Kontrast zu Kinskis Erfahrung. Ihr Umgang mit der Debatte förderte eine differenziertere Diskussion, statt Wenders pauschal mit anderen Skandalen in Verbindung zu bringen.

Wenders’ Entscheidung, den Film zurückzuziehen und sich zu entschuldigen, markiert einen Wandel im Umgang mit solchen Fällen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Integrität, historischem Kontext und zeitgenössischen ethischen Ansprüchen. Gleichzeitig wird deutlich, wie unterschiedlich diejenigen die Sache bewerten, die ähnliche Erfahrungen selbst durchlebt haben.

Quelle