21 December 2025, 23:03

Wolfram Weimer und Gott

Der Einband des Buches "St. Nikolaus für November" zeigt Santa Claus und ein Kind.

Wolfram Weimer und Gott

Wolfram Weimer und Gott

Kulturminister Weimer hat ein gottesfürchtiges Buch geschrieben. Darin zeigt er missionarischen Eifer – und eine besondere Schlichtheit.

Ein neues Buch des deutschen Kulturministers Wolfram Weimer hat eine Debatte über Glauben und Gesellschaft entfacht. Unter dem Titel „Sehnsucht nach Gott“ argumentiert er, dass das Christentum für das Überleben Europas unverzichtbar sei. Kritiker hingegen hinterfragen seine Thesen und die dahinterstehenden Belege.

Weimers zentrale These lautet: Der Glaube an Gott werde Deutschland und Europa wieder Ordnung geben. Ohne Christentum, so seine Überzeugung, gebe es keinen Staat, keine Grundrechte und keine Zukunft für Kinder. Sein Buch behauptet zudem, Gläubige seien glaubwürdigere Zeugen als Atheisten – und präsentiert dies als Beweis für die Existenz Gottes.

Der Autor beschreibt Kirchen als sich wieder füllend, obwohl Statistiken sinkende Besucherzahlen belegen. Große Zeitungen haben seine Ansichten scharf kritisiert: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte ihn einen „Schwätzer“, die Süddeutsche Zeitung bezeichnete seinen Medieneinfluss als „Potemkinsches Dorf“. Währenddessen fand Weimer selbst auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz keine spirituellen Elemente – nur säkulare Festlichkeiten. Seine Gemeinde jedoch singt nach wie vor Bachs Weihnachtsoratorium und das Magnificat und deutet dies als Aufruf zu sozialer Gerechtigkeit. Dies erinnert an die Worte des Theologen Dietrich Bonhoeffer, der das Magnificat einst als „das leidenschaftlichste, wildeste, revolutionärste Adventslied“ bezeichnete. Bonhoeffer, 1906 geboren, war eine Schlüsselfigur der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Weimer warnt, dass die Rückkehr Gottes nicht Trost, sondern eine gewaltige Herausforderung bringen werde. Seine Vision steht damit im scharfen Kontrast zur säkularen Realität, die andere beobachten.

Weimers Buch präsentiert den Glauben als Lösung für Europas Krisen – doch Kritiker halten seine Argumente für übertrieben. Die Debatte zeigt eine Spaltung zwischen denen, die das Christentum als unverzichtbar betrachten, und jenen, die wenig Anzeichen für eine Wiederbelebung erkennen. Vorerst bleibt die Diskussion lebendig – in Kirchen wie in der öffentlichen Debatte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones