25 April 2026, 14:37

Zufit Simons The Fight Club bricht radikal mit feministischer Tanztradition

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in harmonischen Posen.

Zufit Simons The Fight Club bricht radikal mit feministischer Tanztradition

Choreografin Zufit Simon präsentiert mit The Fight Club eine radikale Wende

Am 23. April feiert die Choreografin Zufit Simon mit The Fight Club im Rahmen des Best OFF Festivals für Independent-Theater in Hannover Uraufführung. Das Stück markiert einen mutigen Bruch mit ihren früheren Arbeiten, die sich vor allem auf weibliche Performende und feministische Themen konzentrierten. Die 1980 in Israel geborene Künstlerin prägt seit 25 Jahren die deutsche zeitgenössische Tanzszene mit provokanten, grenzenüberschreitenden Inszenierungen.

Simons Karriere ist von Widerspenstigkeit und ständiger Neuerfindung geprägt. Ihre Choreografien reduzieren Bewegung auf ihr Wesentliches – ähnlich wie die molekulare Küche Aromen isoliert und verdichtet. Jahrelang stand die Arbeit mit Frauen und als weiblich gelesenen Performenden im Mittelpunkt, doch The Fight Club wendet sich nun körperlicher Konfrontation und männlich konnotierter Energie zu. Das Stück erkundet Protest durch Kampf, ein radikaler Kontrast zu ihren früheren Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Identität.

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Verwirrung und Subversion liegen im Kern ihres Schaffensprozesses. Simon bringt zunächst sich selbst aus dem Gleichgewicht, dann ihr Publikum – und stellt damit an jeder Stelle Erwartungen infrage. Dieser Ansatz brachte ihr sowohl Anerkennung als auch Kontroversen ein. 2016 zog das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte zurück. Vier Jahre später verlor sie mit der Schließung des LOT Theaters – wo viele ihrer Werke uraufgeführt wurden – aufgrund von Insolvenz 2024 eine zentrale Bühne.

Trotz Rückschlägen findet Simons Arbeit kontinuierliche Unterstützung in der artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig, die sie seit Karrierebeginn begleitet. Die Mutterschaft vertiefte ihr Engagement für feministische Themen und trieb sie zugleich zu noch kühneren Experimenten. 2025, mit nur 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk – eine Würdigung ihres nachhaltigen Einflusses auf die zeitgenössische Performance.

The Fight Club eröffnet ein neues Kapitel in Simons künstlerischem Werdegang. Der Fokus auf körperlichen Widerstand und Aggression signalisiert einen deutlichen Bruch mit ihrem bisherigen Schaffen. Mit dem Best OFF Festival als prominenter Plattform wird die Premiere zeigen, wie das Publikum auf diese jüngste Entwicklung in ihrer provokanten, stets wandelbaren Praxis reagiert.

Quelle