25 March 2026, 10:29

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer warten noch auf Gerechtigkeit

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau auf den Armen mit einem Feuer im Hintergrund und einem Tuch auf der linken Seite, Text unten lautet "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Stelle."

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer warten noch auf Gerechtigkeit

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag von Solingen warten die Opfer und ihre Angehörigen weiterhin auf Entschädigungen. Das Feuer, das Daniel S. im März 2024 legte, kostete eine vierköpfige Familie das Leben und hinterließ bei anderen lebensverändernde Verletzungen. Eine Gedenkveranstaltung nächste Woche wird an den Jahrestag erinnern – rund 100 Menschen werden erwartet.

Am 25. März 2024 hatte der damals 39-jährige Daniel S. vorsätzlich ein Feuer in einem Wohngebäude in der Grünewalder Straße gelegt. Die Flammen fingen eine junge Familie in der Wohnung ein; alle vier Mitglieder kamen ums Leben. Ein Paar mit seinem Kleinkind konnte sich retten, indem es aus dem dritten Stock sprang, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.

Das Landgericht Wuppertal verurteilte S. später zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Ermittler fanden keine Hinweise auf rassistische oder rechtsextreme Motive für die Tat.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz könnte das verletzte Paar Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben. Doch die Eltern der getöteten Familie stehen vor einer schwierigen rechtlichen Hürde: Um Entschädigung zu erhalten, müssen sie einen "Schockschaden" – also ein psychisches Trauma – nachweisen. Ihr Wohnsitz in Bulgarien erschwert das Verfahren zusätzlich.

Trotz der vergangenen Zeit wurden bis heute keine Zahlungen an die Betroffenen geleistet.

Zum zweiten Jahrestag des Anschlags findet in Solingen eine Gedenkveranstaltung statt. Überlebende und Angehörige warten weiterhin auf Entschädigung, während der verurteilte Brandstifter in Haft bleibt. Der Fall zeigt die anhaltenden Schwierigkeiten auf, Opfer gewalttätiger Straftaten angemessen zu unterstützen.

Quelle