02 May 2026, 04:33

Zwei NRW-Spezialeinheiten kämpfen gegen Sprengstoff – doch ihre Methoden könnten unterschiedlicher nicht sein

Eine Gruppe von Männern in Helmen und Handschuhen demontiert eine große Bombe in einer Fabrik mit Maschinen und Text an der Wand.

Zwei NRW-Spezialeinheiten kämpfen gegen Sprengstoff – doch ihre Methoden könnten unterschiedlicher nicht sein

Zwei Spezialeinheiten in Nordrhein-Westfalen gehen mit Sprengstoffgefahren ganz unterschiedlich um

In Nordrhein-Westfalen sind zwei spezialisierte Teams für die Entschärfung von Sprengstoffen zuständig – allerdings mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten. Während der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) vor allem historische Kriegsmunition vor Bauprojekten räumt, kümmert sich das Landeskriminalamt (LKA) um kriminelle Fälle mit Sprengstoffen. Beide Einheiten leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Sicherheit in der Region.

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Der KBD konzentriert sich vorrangig auf präventive Munitionsräumung, um sichere Baubedingungen zu gewährleisten. Allein im Jahr 2024 bearbeitete die Einheit über 35.500 Anfragen und entschärfte 7.266 explosive Altlasten. Durch ihre Arbeit werden Unfälle auf Baustellen verhindert, indem blindgegangene Kriegsmunition geborgen wird.

Die USBV-Sprengstoffentschärfungseinheit des LKA hingegen ist dem Landeskriminalamt unterstellt. Das 1981 gegründete Team besteht aus 15 Expert:innen, darunter Andreas Otte, und wird jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen. Bei etwa 300 davon handelt es sich um Bombenentschärfungen, die oft mit Ermittlungen in Strafverfahren zusammenhängen.

Andreas Ottes Aufgaben umfassen unter anderem die Bergung von pyrotechnischen Gegenständen – etwa bei Durchsuchungen, in Fußballstadien oder sogar in improvisierten Laboren in Privatwohnungen. Vor jedem Einsatz benötigt er 15 Minuten, um sich in einen 40 Kilogramm schweren Schutzanzug zu zwängen. Der Anzug, der über 60.000 Euro kostet, ist mit Kevlar und Keramikplatten verstärkt und wird von einem massiven Helm abgeschlossen.

Das LKA setzt auf hochmoderne Entsorgungsfahrzeuge, die mit ferngesteuerten Robotern ausgestattet sind. Laut Protokoll müssen alle Entschärfungen aus der Ferne erfolgen, um das Risiko für das Personal zu minimieren. Dies steht im Kontrast zur Arbeit des KBD, der sich auf großflächige Räumungen konzentriert, statt kriminelle Ermittlungen zu führen.

Beide Teams sorgen auf ihre Weise für öffentliche Sicherheit: Während der KBD jährlich Tausende historische Sprengkörper beseitigt, geht die USBV-Einheit des LKA mit Hightech-Ausrüstung gegen kriminelle Sprengstofffälle vor. Gemeinsam reduzieren sie die Gefahren durch historische wie moderne Sprengstoffbedrohungen in Nordrhein-Westfalen.

Quelle