Bundeskartellamt genehmigt Adobes Milliarden-Übernahme von Semrush ohne Auflagen
Paulina MangoldBundeskartellamt genehmigt Adobes Milliarden-Übernahme von Semrush ohne Auflagen
Adobes geplante Übernahme von Semrush erhält grünes Licht vom Bundeskartellamt
Die geplante Übernahme des Digitalmarketing-Unternehmens Semrush durch Adobe hat die Zustimmung des deutschen Bundeskartellamts erhalten. Der Deal im Wert von über 400 Millionen Euro folgte einer eingehenden Prüfung möglicher wettbewerbsrechtlicher Bedenken. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass die Fusion den Wettbewerb nicht beeinträchtigen werde und weiterhin ausreichend Alternativen bei Tools für digitales Marketing bestehen würden.
Das Bundeskartellamt hatte eine vertiefte Untersuchung der Übernahme eingeleitet, wobei der Fokus insbesondere auf Bereichen wie der Optimierung für Antwortmaschinen (Answer Engine Optimisation) und Content-Management-Systemen lag. Die Beamten holten Rückmeldungen von Kunden und Wettbewerbern ein, um zu bewerten, ob die Fusion zu einer marktbeherrschenden Stellung führen könnte. Die Ergebnisse bestätigten, dass der Wettbewerb intakt bleibe – es gebe keine Anzeichen dafür, dass gebündelte Produktangebote Konkurrenten vom Markt verdrängen würden.
Semrush ist spezialisiert auf Tools zur Online-Sichtbarkeit, insbesondere im Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO), und hat kürzlich sein Angebot um die Optimierung von KI-Chatbots für Plattformen wie ChatGPT und Gemini erweitert. Adobe, vor allem bekannt für Kreativsoftware wie Photoshop sowie die Content-Plattform Adobe Experience Manager, sieht in der Übernahme eine Möglichkeit, seine Position in aufstrebenden Bereichen des Digitalmarketings weiter auszubauen.
In ihrer Begründung verwies die Behörde darauf, dass Adobes aktueller Marktanteil – Platz zwei bei Content-Management-Systemen hinter WordPress – keine Dominanzgefahr berge. Der größere Markt für Dokumentenmanagement, der bis 2026 voraussichtlich ein Volumen von 9,74 Milliarden US-Dollar erreichen wird, bleibe wettbewerbsintensiv mit Akteuren wie Microsoft und Oracle. Für den Bereich der Answer-Engine-Optimierung lagen der Behörde keine spezifischen Daten vor, die die Entscheidung hätten beeinflussen können.
Die Übernahme kann nun ohne Auflagen vollzogen werden. Mit dem Kauf von Semrush will Adobe seine Kompetenzen im Digitalmarketing und bei KI-gestützten Suchtools ausbauen. Der Deal spiegelt die anhaltende Konsolidierung im Technologiesektor wider, wobei die Regulierungsbehörden darauf achten, dass der Wettbewerb erhalten bleibt.






