Deutsche Telekom und 1N Telecom: Wie Verbraucher mit dreisten Vertragstricks hereingelegt werden
Paulina MangoldDeutsche Telekom und 1N Telecom: Wie Verbraucher mit dreisten Vertragstricks hereingelegt werden
Immer mehr Verbraucher fallen auf täuschende Praktiken von Deutsche Telekom und 1N Telecom herein. Viele wurden dazu gebracht, Verträge zu unterschreiben, deren Inhalt sie nicht verstanden – nur um später mit aggressiven Zahlungsforderungen konfrontiert zu werden. Die Verbraucherzentrale Sachsen bezeichnet die Methoden mittlerweile als dreist und rechtlich haltlos.
Der Ärger begann, als Kunden irreführende Schreiben von der Deutschen Telekom erhielten. Die Briefe ließen sie glauben, sie würden lediglich ihre bestehenden Festnetzverträge verlängern. Stattdessen wurden ihre ursprünglichen Verträge gekündigt und durch neue, oft überflüssige Verträge mit 1N Telecom ersetzt. Manche saßen plötzlich mit zwei Festnetzanschlüssen da – einem nutzlosen und einem unerwarteten.
Das Amtsgericht Leipzig urteilte kürzlich in einem Fall zugunsten eines Beklagten gegen 1N Telecom. Das Gericht bestätigte, dass kein gültiger Vertrag für einen angeblichen Tarifwechsel vorlag, da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens nur über einen Internetlink in einem Papierformular abrufbar waren. Trotzdem treibt 1N Telecom weiterhin Forderungen von bis zu 500 Euro ein – selbst bei Kunden, die die Verträge bereits widerrufen oder angefochten haben.
Zur Verwirrung trägt zudem bei, dass 1N Telecom Verbraucher mit unaufgeforderter Werbung und gefälschten Gewinnspielbenachrichtigungen bombardiert hat. Das Unternehmen verkaufte seine strittigen Forderungen später an die TPI Investment, die nun Vergleichsangebote verschickt und 200 Euro Zahlung verlangt. Wer sich weigert, muss mit noch höheren Forderungen rechnen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen verurteilte diese Praktiken scharf. Die Vergleichsangebote seien inakzeptabel und rechtlich nicht haltbar, warnt sie und rät Verbrauchern dringend, keine Zahlungen zu leisten.
Das Gerichtsurteil setzt zwar ein Zeichen gegen die Methoden von 1N Telecom, doch viele Kunden sehen sich weiterhin mit Forderungen konfrontiert. TPI Investment geht weiterhin gegen ehemalige 1N-Telecom-Kunden vor – obwohl die Verträge für ungültig erklärt wurden. Verbraucher sollten vor einer Reaktion auf Zahlungsaufforderungen rechtlichen Rat einholen.






