Dortmunds Kaderumbruch: Abschied von Brandt und Süle – und ein riskanter Neuanfang
Eggert StriebitzDortmunds Kaderumbruch: Abschied von Brandt und Süle – und ein riskanter Neuanfang
Borussia Dortmund formt seinen Kader um – mit Schlüsselabgängen und neuem Führungsansatz
Borussia Dortmund gestaltet seinen Kader neu – geprägt von wichtigen Abgängen und einem erneuerten Fokus auf Führung. Die langjährigen Leistungsträger Julian Brandt und Niklas Süle werden den Verein nach Ablauf ihrer Verträge in diesem Sommer verlassen. Unterdessen betont Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung, einen zukunftsorientierten Ansatz und deutet die Veränderungen als Chancen statt als Rückschläge.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren eine spürbare Zäsur für Dortmund. Beide Spieler waren über Jahre zentrale Säulen des Teams, doch der BVB hat sich gegen eine Vertragsverlängerung entschieden. Zudem wird auch Mittelfeldspieler Salih Özcan den Verein nach Auslauf seines Vertrages verlassen. Trotz dieser Personalverluste bleibt der Klub bestrebt, Erfahrung im Kader zu halten – so soll Emre Can trotz eines schweren Kreuzbandrisses und eines auslaufenden Vertrags ein neues Angebot erhalten.
Kritiker werfen Dortmund seit Langem vor, in der Kaderplanung zu zögerlich zu agieren und in entscheidenden Momenten falsche Weichen zu stellen. Unter Sportdirektor Sebastian Kehl setzt der Verein stark auf datenbasiertes Scouting und die Förderung junger Talente. Diese Strategie hat zwar spektakuläre Transfers eingespielt – etwa Jude Bellingham für 103 Millionen Euro zu Real Madrid, Erling Haaland für 60 Millionen zu Manchester City oder Ousmane Dembélé für 105 Millionen zum FC Barcelona –, doch sie trug auch zu einer gewissen Instabilität bei: Der BVB erreicht zwar regelmäßig die Top Vier, blieb in den letzten Jahren aber ohne Meisterschaftstitel.
Cramer hingegen setzt auf Mut und Optimismus. Die aktuellen Personalentscheidungen sieht er als Gelegenheit zum Neuaufbau – nicht als Grund zur Sorge. Der Kontrast zu Konkurrenten wie dem FC Bayern München, der mit Starverpflichtungen auf anhaltende Dominanz setzt, oder zu Vereinen wie RB Leipzig und Bayer Leverkusen, die auf die Bindung eigener Nachwuchstalente fokussieren, unterstreicht Dortmunds einzigartiges Transfermodell: Hier stehen oft wirtschaftliche Erträge über langfristiger sportlicher Kontinuität.
Im Rahmen des Sommerumbruchs werden Brandt, Süle und Özcan den Verein verlassen, während Emre Cans Zukunft noch verhandelt wird. Die Führung um Cramer und Kehl bleibt damit gefordert, finanziellen Erfolg mit sportlichem Ehrgeiz in Einklang zu bringen. Die kommende Saison wird zeigen, ob diese Strategie sowohl Stabilität als auch Titel bringen kann.






