31 March 2026, 16:43

EU-Reform des Emissionshandels: Chemieindustrie erhält Sonderregeln für CO₂-Zertifikate

Eine Europa-Karte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Reform des Emissionshandels: Chemieindustrie erhält Sonderregeln für CO₂-Zertifikate

Die Europäische Union wird noch diese Woche ihre ersten Vorschläge zur Reform des Emissionshandelsystems (EHS) vorlegen. Die Änderungen folgen auf monatelange Debatten, in denen Branchenvertreter Anpassungen gefordert haben, um die Belastung für Sektoren wie die Chemieindustrie zu verringern. Eine zentrale Forderung der Unternehmen war es, die Festlegung der Emissionsreferenzwerte im Rahmen des Systems zu überdenken.

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hat sich wiederholt für umfassende Reformen – oder sogar die Abschaffung – des EHS ausgesprochen. Seine Kritik spiegelt die Sorgen energieintensiver Industrien wider, die mit den hohen Kosten für die Einhaltung der Vorgaben kämpfen. Nun hat die EU signalisiert, dass sie die Referenzwerte speziell für die Chemieindustrie im Rahmen der anstehenden Änderungen anpassen wird.

Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese veröffentlichten kürzlich einen gemeinsamen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie praktikable Lösungen und ausgewogene Kompromisse forderten. Darin argumentierten sie, dass starre Regeln die Wettbewerbsfähigkeit schwächen könnten, ohne nennenswerte ökologische Fortschritte zu bringen.

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Das Reformpaket, das die Europäische Kommission am Mittwoch vorlegen wird, sieht zudem ein dauerhaftes Ende für die Streichung von Zertifikaten im Marktstabilitätsreservoir (MSR) vor. Dieser Schritt soll Unternehmen, die mit CO₂-Zertifikaten handeln, mehr Planungssicherheit geben.

Die geplanten Reformen markieren einen Wandel in der Art und Weise, wie die EU Klimaziele mit industriellen Belangen in Einklang bringt. Durch die Anpassung der Referenzwerte und die Stabilisierung des MSR hoffen die Politiker, die Volatilität auf den CO₂-Märkten zu verringern. Besonders die Chemieindustrie könnte von dem überarbeiteten Ansatz profitieren, sobald die neuen Regeln in Kraft treten.

Quelle