Fachkräftemangel in deutschen Arztpraxen bricht um 88 Prozent ein
Paulina MangoldFachkräftemangel in deutschen Arztpraxen bricht um 88 Prozent ein
Deutschlands Mangel an medizinischen Fachangestellten geht stark zurück
In den vergangenen Monaten hat sich der Fachkräftemangel in deutschen Arztpraxen und Kliniken deutlich verringert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Zahl der unbesetzten Stellen im dritten Quartal 2025 um 88 Prozent gesunken ist. Forscher führen diesen Rückgang auf Verschiebungen am Arbeitsmarkt zurück – nach einer langen Phase extremer Personalengpässe.
Noch vor dieser Entspannung kämpfte das Land mit einem dramatischen Mangel an Gesundheitsfachkräften. 2024 blieben im Schnitt 693.676 Stellen bundesweit unbesetzt, besonders betroffen waren die Pflege und der medizinische Bereich. Eine alternde Bevölkerung und stagnierende Beschäftigungsquoten verschärften die Lage zusätzlich.
Die jüngste Erhebung stammt vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft. Die Ergebnisse, die am Montag in der Rheinischen Post veröffentlicht wurden, zeigen nur noch 206 offene Stellen für medizinische Fachangestellte im dritten Quartal 2025 – ein radikaler Umschwung im Vergleich zu den Vorquartalen.
Obwohl sich die Entwicklung in Deutschland mit Trends in der Schweiz und Österreich deckt, gestalten sich direkte Vergleiche schwierig. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen durch den demografischen Wandel und steigende Anforderungen im Gesundheitswesen. Aktuelle grenzüberschreitende Daten, die ein vollständiges Bild der regionalen Engpässe liefern, fehlen jedoch.
Der deutliche Rückgang der vakanten Stellen deutet auf eine vorläufige Entlastung für das deutsche Gesundheitssystem hin. Dennoch bleiben strukturelle Probleme wie die alternde Belegschaft bestehen. Die aktuellen Zahlen geben zwar Aufschluss über die gegenwärtige Nachfrage, doch langfristige Lösungen sind weiterhin offen.






