Feuerwehrmann verliert Posten nach umstrittenem Hymnen-Skandal – Heino zeigt Solidarität
Paulina MangoldFeuerwehrmann verliert Posten nach umstrittenem Hymnen-Skandal – Heino zeigt Solidarität
Ein Feuerwehrmann in Deutschland hat seine Führungspositionen verloren, nachdem er bei einer Meisterschaftsveranstaltung eine umstrittene Version der Nationalhymne gespielt hatte. Richard Mänder aus Bad Belzig löste mit der Wiedergabe der ersten Strophe – eines seit langem gemiedenen Abschnitts wegen seiner historischen Belastung – eine Kontroverse aus. Der Vorfall führte inzwischen zu einem Solidaritätskonzert des legendären Sängers Heino, das sowohl Zustimmung als auch Kritik auslöste.
Der Streit begann bei der Feuerwehrmeisterschaft in Torgau, wo Mänder Heinos Aufnahme der deutschen Nationalhymne aus den 1970er-Jahren abspielte. Die erste Strophe, die heute kaum noch verwendet wird, enthält Textpassagen, die mit der nationalistischen Vergangenheit des Landes in Verbindung gebracht werden. Die Feuerwehrführung entband Mänder umgehend von seinen Ämtern und berief sich dabei auf eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber jeder Assoziation mit rechtsextremer Symbolik.
Mänder wies rechtsextreme Tendenzen von sich und bezeichnete die Sanktionen als ungerecht. Sein Fall erhielt größere Aufmerksamkeit, als Heino, der Sänger der umstrittenen Aufnahme, die Entlassung öffentlich kritisierte. Als Reaktion organisierte Heino ein kostenloses Konzert in Bad Belzig, das rund 800 Besucher anzog. Diese sangen und tanzten zu seinen Hits, darunter Schwarzbraun ist die Haselnuss und Layla – ein Titel, der in der Vergangenheit ebenfalls wegen seiner Textzeilen in der Kritik stand.
Heinos Manager, Helmut Werner, stellte die Veranstaltung als Solidaritätsbekundung mit Mänder dar. Unterdessen lobte der AfD-Abgeordnete Lars Schieske das Konzert auf Instagram. Werner wies Vorwürfe zurück, Heinos Musik trage politische Untertöne, und betonte, der Auftritt sei ausschließlich als Unterstützung gedacht gewesen. Auch die Schlagersängerin Melanie Müller nahm teil und steigerte damit die Prominenz der Veranstaltung.
Die Feuerwehrführung bekräftigte ihren harten Kurs und betonte, solche Vorfälle bergen die Gefahr, die Organisation mit Extremismus in Verbindung zu bringen. Zwar wurden keine direkten Parallelen zu früheren Kontroversen gezogen, doch die Verantwortlichen machten deutlich, dass die Konsequenzen in ähnlichen Fällen gleich bleiben würden.
Mänder bleibt vorerst von seinen Feuerwehrämtern ausgeschlossen, während Heinos Konzert die Debatte weiter anheizt. Der Vorfall zeigt die anhaltenden Spannungen um historische Symbole bei öffentlichen Anlässen. Die Feuerwehrbehörden haben klargestellt, dass vergleichbare Fälle mit denselben Konsequenzen rechnen müssen.






