Fluchtraum in Marl: Wie sich Einheimische in die Lage von Geflüchteten versetzen
Paulina MangoldFluchtraum in Marl: Wie sich Einheimische in die Lage von Geflüchteten versetzen
Fluchtraum in Marl lässt Einheimische die Herausforderungen von Geflüchteten nachempfinden
Ein Escape Room in Marl gibt Bürgern einen Einblick in die Schwierigkeiten, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind. Die interaktive Ausstellung mit dem Titel "Unbekannte Unbehagen" versetzt die Teilnehmer in ein fiktives Land, in dem sie sich durch Bürokratie und Sprachbarrieren kämpfen müssen. Bürgermeister Thomas Terhorst hat die Erfahrung kürzlich selbst ausprobiert und anschließend seine Eindrücke geschildert.
Der im insel-VHS-Bildungszentrum eingerichtete Fluchtraum simuliert die Hürden, denen Geflüchtete bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels begegnen. Die Teilnehmer betreten "Fremdistan", ein erfundenes Land, in dem sie Formulare in einer unbekannten Sprache ausfüllen und unter Zeitdruck Rätsel lösen müssen. Schafft man es, erhält man am Ende den begehrten "Aufenthaltstitel" – ganz ähnlich wie echte Geflüchtete in Deutschland.
Bürgermeister Terhorst nahm an der Aktion teil und sprach danach mit der "WDR Lokalzeit" über seine Erlebnisse. Er bezeichnete die Erfahrung als "augöffnend" und betonte, wie sie Vorurteile abbaue und das Verständnis zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fördere. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Stadt Marl und der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.
Die Rückmeldungen der Besucher fallen durchweg positiv aus. Viele loben die gelungene Verbindung klassischer Escape-Room-Elemente mit realen Flucht-Erfahrungen. Nach der Station in Marl wird die Ausstellung als nächstes nach Duisburg weiterziehen.
Ziel der Initiative ist es, durch unmittelbare Erfahrung Verständnis zu schaffen. Indem die Teilnehmer für kurze Zeit in die Rolle von Geflüchteten schlüpfen, erhalten sie einen Einblick in die Herausforderungen, vor denen Menschen stehen, die in einem fremden Land neu beginnen müssen. Der bisherige Erfolg des Projekts deutet darauf hin, dass es auch in anderen Städten das Bewusstsein für diese Thematik schärfen könnte.






