16 March 2026, 22:36

Frankfurt (Oder) feiert Kleist mit Punk-Oper und politischen Debatten

Gruppe von Menschen auf einer Bühne mit einem Bildschirm vor einem Uhrturm und Gebäuden mit Bäumen und Wolken im Hintergrund.

Frankfurt (Oder) feiert Kleist mit Punk-Oper und politischen Debatten

Frankfurt (Oder) bereitet sich auf ein kulturelles Großereignis im Jahr 2025 vor

Vom 7. bis 12. Oktober wird die Stadt das Kleist-Festival ausrichten, um Heinrich von Kleist zu ehren – den berühmten Dramatiker, der 1777 hier geboren wurde. Das Festival verbindet Musik, Theater und Diskussionsrunden zu drängenden Themen wie Klimawandel und politischem Extremismus.

Im Mittelpunkt steht Kleists Vermächtnis, das durch traditionelle und moderne Inszenierungen neu interpretiert wird. Eine Punk-Oper mit dem Titel "Schroffenstein: In Grund und Boden" feiert Premiere und vereint Arien mit rohem Punk-Sound und gesprochenen Dialogen. Daneben wird die klassische Komödie "Der zerbrochne Krug" – seit den 1950er-Jahren fester Bestandteil des Schulkanons – für ein Publikum aufgeführt, das den Stoff aus dem Unterricht kennt.

Kleists Werke wurden im Laufe der Jahrzehnte von moralisch geprägten Produktionen zu mutigen, politischen Deutungen weiterentwickelt. Regisseure wie Heiner Müller inszenierten seine Stücke in den 1980er-Jahren neu, während heutige Aufführungen oft Multimedia einsetzen, um ihre aktuelle Relevanz zu unterstreichen. Auf dem Programm steht auch ein neues Stück von Theresia Walser, das die Radikalisierung einer Schule unter rechtsextremer Herrschaft thematisiert.

Neben Theater umfasst das Festival eine Ausstellung, Lesungen und einen Chorauftritt. Die Veranstaltungen knüpfen an übergreifende Themen an – von Kleists Einfluss auf die Musik bis hin zu gesellschaftlichen Debatten. Gleichzeitig dient das Festival als Vorspiel zum Kleist-Jahr 2027, mit dem Frankfurt (Oder) den 250. Geburtstag des Dichters begehen wird.

Das Kleist-Festival 2025 dauert sechs Tage und verbindet Theater, Musik und Diskussionen über zeitgenössische Fragen. Die Veranstalter wollen Kleists historisches Erbe mit den kulturellen und politischen Diskursen der Gegenwart verknüpfen.

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