KiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohende Qualitätsverluste und Personalmangel
Wally KlemtKiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohende Qualitätsverluste und Personalmangel
Kitas in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Rund 50 Kinder, Eltern und Erzieherinnen versammelten sich im St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt unter dem Motto "Wir sind sprachlos", um gegen die geplanten Änderungen am Landesgesetz zu demonstrieren. Hauptkritikpunkte sind steigende Kosten, Personalmangel und die Sorge, dass das neue System die Betreuungsqualität verschlechtern könnte.
Die Protestaktion wurde vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert. Die Teilnehmer kritisierten insbesondere das im Gesetzentwurf vorgesehene "Kern- und Randzeitenmodell", das vorsieht, dass Erzieherinnen künftig nur noch fünf Stunden täglich vor Ort sein müssten. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, warnte, dass der bestehende Personalmangel bereits jetzt dazu führe, dass die Bedürfnisse der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt werden könnten.
Die KiBiz-Reform, die im Januar eingeführt wurde, hat die Inflation nicht ausgeglichen, sodass viele Einrichtungen finanziell an ihre Grenzen geraten. Explodierende Energiekosten und der Fachkräftemangel verschärfen die Situation zusätzlich. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, befürchtet, dass die geplanten Änderungen die Betreuungsqualität weiter verschlechtern könnten.
Als Reaktion darauf hat die Landesregierung für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro zugesagt. Dennoch sind in den nächsten Wochen weitere ähnliche Proteste in anderen Einrichtungen zu erwarten.
Die Demonstrationen zeigen die anhaltenden Spannungen um Finanzierung, Personalausstattung und Betreuungsstandards im nordrhein-westfälischen Kitabereich. Angesichts der geplanten weiteren Proteste könnte das Versprechen der Landesregierung, mehr Geld bereitzustellen, nicht ausreichen, um die Sorgen von Trägern und Eltern zu zerstreuen.






