16 March 2026, 16:39

Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch die Krise bleibt

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch die Krise bleibt

Im Jahr 2025 traten in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen Kirche aus als im Vorjahr. Der Rückgang folgt auf ein Jahrzehnt steigender Austrittszahlen, die durch Säkularisierung, Missbrauchsskandale und die Auswirkungen der Pandemie auf das religiöse Leben vorangetrieben wurden. Dennoch gibt es im Erzbistum Köln Anzeichen einer Erholung: Die Zahl der Gottesdienstbesucher und der Erwachsenentaufen stieg dort im vergangenen Jahr.

In den letzten zehn Jahren hatten die Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen und erreichten 2020 und 2021 einen Höhepunkt. Zu den Gründen zählten wachsende Säkularisierung, anhaltende Missbrauchsskandale und die durch die Pandemie bedingte Unterbrechung religiöser Routinen. Besonders jüngere Generationen zeigen zunehmend weniger Interesse an organisierter Religion. Infolgedessen sank die Zahl der Katholiken in der Region von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen.

2025 zeichnete sich jedoch eine Trendwende ab: Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 84.440 Austritte – weniger als im Jahr 2024. Auch das Erzbistum Köln meldete weniger Austritte und gleichzeitig einen Anstieg der Erwachsenentaufen von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025.

Zudem stieg die Zahl der Gottesdienstbesucher in Köln auf 94.638 im Jahr 2025, nach 90.694 im Vorjahr. Im Durchschnitt nahmen sechs Prozent der Katholiken im Erzbistum an den sonntäglichen Messen teil. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Zahlen als ermutigend und verwies auf eine erneute Bindung an die Kirche.

Doch nicht alle Beobachter teilen diesen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die positiven Entwicklungen als oberflächlich. Er warnte, dass trotz der kurzfristigen Verbesserungen ein tiefes Misstrauen gegenüber der Kirche bestehe.

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 zwar weniger Austritte sowie leichte Zuwächse bei den Gottesdienstbesuchern und Erwachsenentaufen. Dennoch schrumpft die Zahl der Katholiken in der Region weiter – um 200.000 in den letzten zehn Jahren. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklungen bleiben ungewiss.

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