19 March 2026, 12:37

Moers würdigt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bürgermeisterin als Schirmherrin

Schwarzes und weißes Foto einer jüdischen Synagoge in New York City mit Treppe, Geländer, Säulen, Tür und Wand.

Moers würdigt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bürgermeisterin als Schirmherrin

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers hat eine neue Broschüre veröffentlicht, die sich mit der jüdischen Geschichte der Stadt auseinandersetzt. Unter dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" beleuchtet die Publikation historische Stätten, Deportationen und die ehemalige Synagoge. Bürgermeisterin Julia Zupancic hat zudem offiziell die Schirmherrschaft über die Organisation übernommen und damit deren lokale Bedeutung gestärkt.

Das aktuelle Projekt der Gesellschaft, "Spuren jüdischen Lebens", bietet einen detaillierten Einblick in das jüdische Erbe von Moers. Die Broschüre enthält Abschnitte über die frühe jüdische Gemeinde, die 1938 zerstörte Synagoge sowie die Stolpersteine als Mahnmale. Zudem dokumentiert sie die Deportationen während der NS-Zeit. Erhältlich ist die Publikation für drei Euro in Bibliotheken, Rathäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt.

Ein zentrales Anliegen der Gesellschaft bleibt die Einbindung junger Bewohner:innen. Lehrer Daniel Schirra und der ehemalige Schüler Julian Müller, beide Vorstandsmitglieder, engagieren sich besonders in der Zusammenarbeit mit Schulen. Regelmäßige Workshops und Diskussionsrunden vermitteln Schüler:innen die Geschichte der Stadt und die Bedeutung des Erinnerns.

Die Arbeit der Organisation findet auch über Moers hinaus Anerkennung. Persönlichkeiten wie Heinz Kremers und Nikolaus Schneider wurden für ihren Einsatz im christlich-jüdischen Dialog mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet. Obwohl die Ehrung in der Regel an Einzelpersonen geht, verhalf das starke überregionale Netzwerk der Gesellschaft dazu, diesen Prestigepreis in die Stadt zu holen. Seit 1986 erhielt keine andere deutsche Region diese Auszeichnung.

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Bürgermeisterin Zupancic unterstützt öffentlich die Ziele der Gesellschaft und bekräftigt ihr Engagement gegen Antisemitismus sowie für die Bewahrung jüdischer Geschichte. Martin Behnisch-Wittig, der evangelische Vorsitzende, beschreibt die Gruppe als eine "echt gewachsene Initiative", geprägt von lokalem Einsatz statt von oben verordneten Programmen.

Die Veröffentlichung der Broschüre und die Schirmherrschaft der Bürgermeisterin unterstreichen das anhaltende Engagement Moers' für die Erinnerungskultur. Mit Schulprojekten und öffentlichen Angeboten sorgt die Gesellschaft dafür, dass jüngere Generationen das jüdische Erbe der Stadt verstehen. Gleichzeitig bleibt Moers so mit den bundesweiten Bemühungen um die christlich-jüdische Zusammenarbeit verbunden.

Quelle