19 March 2026, 16:42

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Schwarze und weiße Zeitung mit der überschrift "Berliner Wespen, 6. August 1875" mit einer Gruppe von Menschen in Not, einige schauen erschrocken hoch und andere verwirrt nach unten.

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor, die an diesem Donnerstag stattfinden sollen. Die Demonstrationen richten sich gegen eine geplante Senkung der Erstattungssätze um 4,5 Prozent, die ab dem 1. April 2026 in Kraft treten soll. Die Veranstalter warnen, dass die Kürzungen die Ungleichheiten beim Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung in der Region weiter verschärfen könnten.

Die geplante Gebührenreduzierung hat unter den Behandelnden Empörung ausgelöst. Proteste sind in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld geplant. Die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen argumentiert, dass die finanzielle Belastung immer mehr Therapeuten dazu zwingen werde, Privatpatienten den Vorzug zu geben – mit der Folge, dass Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen noch längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssten. Bereits jetzt betrage die durchschnittliche Wartezeit auf einen Ersttermin in dem Bundesland fünf Monate.

Die Erlangung eines Kassensitzes – der für die Behandlung von Kassenpatienten erforderlichen Zulassung – bleibt äußerst wettbewerbsintensiv und kostspielig. Moritz Esser-Wolters, ein Psychotherapeut aus Coesfeld, gab allein 50.000 Euro aus, um seine Praxis zu eröffnen, und verdeutlicht damit die finanziellen Hürden. Bundesweit fehlen Schätzungen zufolge etwa 7.000 solche Zulassungen, wobei ländliche Regionen besonders stark von dem Mangel betroffen sind.

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Psychotherapeutinnen und -therapeuten verdienen bereits jetzt weniger als alle anderen Fachärzte – die neuen Kürzungen drohen die Kluft zwischen privater und gesetzlicher Versorgung weiter zu vertiefen. Kritiker befürchten, dass die Änderungen noch mehr Behandelnde dazu bringen werden, Kassenpatienten vollständig aufzugeben und damit ein ohnehin überlastetes System zusätzlich zu belasten.

Die Gebührenkürzungen sollen zwar erst im April 2026 greifen, doch der Widerstand wächst. Ohne ein Eingreifen der Politik warnen Therapeuten vor einem Rückgang des Angebots und noch längeren Wartezeiten für diejenigen, die auf die gesetzliche Krankenversicherung angewiesen sind. Die Proteste in dieser Woche werden zeigen, ob die Verantwortlichen in der Politik die geplanten Kürzungen überdenken.

Quelle