Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Tötung eines Obdachlosen am Rheinufer
Evelin KostolzinTod eines Obdachlosen - Angeklagter bestreitet Vorwürfe - Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Tötung eines Obdachlosen am Rheinufer
In Neuss steht ein 46-jähriger Ukrainer mit griechischem Pass wegen des gewaltsamen Todes eines 56-jährigen Obdachlosen vor Gericht. Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf des Mordes, räumt jedoch ein, bei einer tödlichen Auseinandersetzung am Rheinufer anwesend gewesen zu sein. Der Fall nahm eine weitere Wendung, nachdem ein mutmaßlicher Komplize in Untersuchungshaft verstorben ist.
Laut Aussage des Angeklagten begann der Vorfall mit einem Streit über den Standort eines Zeltes zwischen dem Opfer und einem 39-Jährigen. Er behauptet, der ältere Mann sei in der Nähe des Wassers mehrmals gestürzt, bevor er eingriff, um ihm zu helfen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten und dem 39-Jährigen jedoch vor, das Opfer gemeinsam brutal geschlagen zu haben.
Der Angeklagte gab an, den Verletzten später in dessen Zelt gebracht zu haben, wo er ihn Stunden später leblos vorfand. Daraufhin alarmierte er die Polizei. Unterdessen starb der mutmaßliche Komplize, der sich in Untersuchungshaft befand, durch Suizid, noch bevor das Verfahren abgeschlossen war.
Die Verhandlung wird mit fünf weiteren Terminen bis Mitte Dezember fortgesetzt. Über die Umstände des Suizids wurden keine öffentlichen Details bekannt, und lokale Medien berichteten bis März 2026 nicht über größere Reaktionen auf den Vorfall.
Im Mittelpunkt des Prozesses stehen widersprüchliche Schilderungen der nächtlichen Ereignisse. Während der Angeklagte seine Unschuld beteuert, argumentieren die Staatsanwälte, er habe eine direkte Rolle bei der tödlichen Attacke gespielt. Nun muss das Gericht die Beweislage abwägen, bevor in den kommenden Wochen ein Urteil gefällt wird.






